Demokratische Entscheidungen zu respektieren dürfte nicht die Sache von George Soros zu sein. Wie die Zeitung „Daily Telegraph“ berichtete, unterstützt der Spekulant die Organisation „Best for Britain“, die den Austritt Großbritanniens verhindern will, mit 400.000 Pfund (ca. 500.000 Euro). Die Anti-Brexit-Gruppe will dem Zeitungsbericht zufolge in der Hoffnung, dass es zu einem Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU kommt, in diesem Monat eine landesweite Anzeigenkampagne starten.

Außerdem versuche „Best for Britain“, unter den Konservativen führende Geldgeber zu rekrutieren, um Premierministerin Theresa May zu untergraben. Wie die Zeitung unter Berufung auf ihr zugespielte Sitzungsprotokolle berichtet, sei auch geplant, Parlamentsabgeordnete in Visier zu nehmen und sie zu „überzeugen“, gegen das Austrittsabkommen mit der EU zu stimmen, um auf diese Weise eine erneute Volksabstimmung oder Neuwahlen auszulösen. Außerdem wollen die Brexit-Gegner den Briten erklären, „dass der Brexit keine erledigte Sache“ sei und immer noch gestoppt werden könne.

Der Zeitungsartikel sorgte für Kritik, weil einer der Autoren, Nick Timothy, ein ehemaliger Stabschef von Premierministerin May ist. Bemerkenswert ist auch, dass die Brexit-Gegner zu sachlicher Kritik scheinbar nicht fähig sind. Owen Jones, Kolumnist des linken „Guardian“, warf auf Twitter Timothy unterschwelligen Antisemitismus vor, indem er sich „einer Hetzkampagne der ungarischen Diktatur“ bediene. Und Eloise Todd, ein Vorstandsmitglied von „Best for Britain“, warf dem „Daily Telegraph“ Panikmache und Einschüchterung vor, um „die Menschen davon abzuhalten, dass sie über den Brexit sprechen“. Dass es die EU-Befürworter waren, die vor der Brexit-Volksabstimmung im Juni 2016 mit geradezu apokalyptischen Schauermärchen über den angeblich drohenden Niedergang im Falle eines EU-Austritts die Briten einzuschüchtern versuchten, wird natürlich verschwiegen.

[Text: B. T.; Bild: Wikipedia/Ynodrág; Lizenz: Creative Commons 1.0. Universal]