Auf der Welle der politischen Korrektheit reitet Pampers. Denn auf seiner Internetseite preist der bekannte Windelhersteller „tolle Namen“ an, „die zu Mädchen und Jungen passen“. Des Weiteren ist zu lesen: „Ein Vorteil der Wahl eines geschlechtsneutralen Babynamens, der weiblich und männlich sein kann, ist, dass Ihr Kind eines Tages frei von vorgefassten Geschlechterstereotypen zu einem Vorstellungsgespräch für einen Job oder eine Universität erscheinen kann.“

Allerdings muss Pampers einräumen, dass die „Unisex-Babynamen“, die „vielleicht nicht jedermanns Sache sind“, aber sich auch „weiterhin großer Beliebtheit erfreuen werden“, dem Sprössling Nachteile bringen können: „Es kann sein, dass Ihre Tochter irrtümlicherweise einen blauen Lastwagen auf ihrer Namenskarte erhält, wenn sie zum ersten Mal den Kindergarten besucht, oder dass Ihr Sohn auf einer Geburtstagsfeier eine rosa Krone überreicht bekommt, weil sich die Gastgeberin geirrt hat.“

Interessant sind die „Favoriten“ unter den „geschlechtsneutralen Vornamen“, die der Windelhersteller anführt. Wie es scheint, hat Pampers eine Vorliebe für britische und amerikanische Politiker, denn unter den Favoriten finden sich „Blair“, „Cameron“, „Kennedy“, „Madison“ (einer der Gründerväter und vierter Präsident der USA), „Reagan“ oder „Taylor“ (12. Präsident der USA). Andere „tolle Namen“, die Pampers bewirbt, sind „Addison“, „Carson“, „Harper“, „Mackenzie“, „Parker“ oder „Sage“. Egal, ob nun ein Mädchen oder ein Bub einen Vornamen wie „Blair“, „Addison“ oder „Taylor“ erhält, so steht eines fest: Mit der Namenswahl der Eltern ist das Kind sein Leben lang gestraft.

 

[Text: B. T.; Bild: wikimedia.org]