Deutschland besitzt ein restriktives Waffenrecht, welches es für den Bürger sehr schwer macht, legal an Schusswaffen zu kommen. Selbst für das Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen ist noch der sogenannte „Kleine Waffenschein“ vonnöten, um diese außerhalb seiner Wohnung oder seines Grundstückes auf der Straße zu führen, etwa zu Selbstverteidigung.

Nun zeigen sich Politik und Sicherheitsorgane allerdings besorgt, denn die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein ist sprunghaft angestiegen. Waren Ende 2014 noch 262.500 dieser Dokumente seit ihrer Einführung 2002 vergeben worden, stieg die Zahl bis Ende 2015 auf 286.000 an. Seit den Ereignissen in Köln und den Folgen der ungebremsten Massenzuwanderung ist die Zahl heuer geradezu explodiert, bis Ende September waren rund 440.000 Kleine Waffenscheine registriert.

Zwar warnt die Polizei allenthalben gegen den Einsatz von Schreckschusswaffen oder Pfeffersprays in Gefahrensituation, denn „diese Gegenstände können dem Nutzer in einer Gefahrensituation entrissen und dann gegen ihn eingesetzt werden“, aber viele Bürger haben offensichtlich das Bedürfnis, sich selbst besser schützen zu können, sei es auch nur durch „unechte Schusswaffen“, die zumindest das Gefühl vermitteln, sich wehren zu können. Wohl lieber eine Schreckschusswaffe in der Hand, als die Polizei am Telefon.

 

[Text: M. H.; Bild: Krenz/wikimedia.org]