Polizisten in Deutschland werden mit steigender Tendenz Opfer von Beleidigung und Gewalt. Allein in der Bundeshauptstadt Berlin registrierten die Behörden 4.670 sogenannter Widerstandshandlungen im vergangenen Jahr. Darunter waren 293 Fälle, bei denen Polizisten bedroht worden sein sollen. Außerdem gab es weitere 96 Fälle von Nötigungen von Polizisten. Die Berliner Innenverwaltung gibt weiters 1.917 Körperverletzungen gegen Polizeibeamte an. Bei ähnlichen Statistiken in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die meisten Übergriffe in Berlin-Mitte registriert werden, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf. Vor allem Friedrichshain-Kreuzberg gilt als Hochburg der linksextremen Szene. Hinter diesen Zahlen verbergen sich teilweise extrem brutale Vorfälle gegenüber Polizisten, die von Medien und Politik aber nur selten thematisiert werden. Die Zahlen aus Berlin dürften jedenfalls repräsentativ für andere Ballungsräume in Deutschland sein, in denen die Gewaltbereitschaft gegenüber der Exekutive ähnlich stark angestiegen sein dürfte.

Dabei sei die Gesetzeslage nicht geeignet, etwaige Täter konsequent von Straftaten gegen Polizisten abzuschrecken, wie die Polizeigewerkschaft kritisiert. So gelte etwa ein Flaschenwurf aus einer linksextremen Demonstration lediglich als Ordnungswidrigkeit. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte mit Verweis auf die Polizeiliche Kriminalstatistik noch höhere Zahlen: Demnach wurden im vergangenen Jahr 7.060 Polizisten bundesweit Opfer von körperlicher Gewalt und Angriffen - und damit 520 mehr als im Vorjahr. Bei diesen Zahlen werde Gewalt gegen die Beamten generell berücksichtigt, erklärte der Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro.

Dazu gehören beispielsweise auch die bereits genannten Flaschenwürfe bei Demonstrationen. Laut dieser Statistik erlitten 465 Polizisten (2014: 355) eine gefährliche oder schwere Körperverletzung, zehn Beamte wurden Opfer eines Tötungsversuchs. Man registriere zudem eine steigende Respektlosigkeit gegenüber den Beamten.

 

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[Bild: Andrea Satta/wikimedia.org]