Das Schiff von „Ärzte ohne Grenzen“ irrte mehrere Tage lang erneut mit 141 Einwanderern im Mittelmeer umher. Weder Italien noch Malta wollten ursprünglich das von SOS Mediteranée betriebene Fahrzeug in einen ihrer Häfen einlaufen lassen, da durch die dort abgeladene Menschenfracht die öffentliche Ordnung gefährdet wird. Schlussendlich änderte aber Malta seine Haltung und ließ das Schiff „Aquarius“ anlegen.

Die „Aquarius“ fährt unter der Flagge von Gibraltar. Die britische Exklave hat indessen die Registrierungsakten des Schiffes überprüft und sofort den Vertrag gekündigt. Die „Aquarius“ sei dort als Forschungsschiff gemeldet und nicht als Rettungsschiff. Anhand der Klassifizierung bestimmen sich die zu entrichtenden Steuern als auch die Qualifikations- und Sicherheitsstandards.

Immer wieder fallen NGOs damit auf, ihre Schiffe in fremden Ländern unter falschen Angaben zu registrieren. Sollte die „Aquarius“ nun ohne Heimathafen sein, darf sie nach internationalem Seerecht je nach nationaler Rechtslage vom Militär eines jeweiligen Küstenstaats auch gewaltsam übernommen werden.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia.org/Ra Boe; Lizenz: CC BY-SA 3.0]