Wenn man die „Presse“ von Heute (17. 11. 2016) liest, kann man es kaum glauben, steht dort tatsächlich folgende Überschrift: „EU will lückenlose Einreisekontrolle“.

Man will es kaum glauben, sind die abgehobenen EU-System-Politiker endlich aufgewacht und wollen etwa dem wahnsinnigen Treiben rund um die „Asyl“-Krise Einhalt gebieten, in dem man zumindest jeden „Flüchtling“, der das Gebiet der EU betritt in einem zentralen Register im Moment der Grenzüberschreitung registriert?

Nein! Weit gefehlt! Hier geht es wieder einmal darum den gesetzestreuen „Otto-Normal-Verbraucher“ zu gängeln, denn nicht Migranten und „Asylanten“ sollen in Zukunft bei Grenzübertritten registriert und durchleuchtet werden, sondern Reisende aus Drittstaaten sollen besser überwacht werden – unter dem Vorwand der Terrorgefahr, ganz nach dem Vorbild der USA.

Ab 2020 soll das Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem „Etias“ (European Travel Information And Authorisation System) alle Ein- und Ausreisende an den Schengen-Außengrenzen elektronisch erfassen und ihre Daten speichern, um ein Echtzeitbild aller Reisen von und nach Europa zu generieren. Dies ist nun keine hundertprozentige Neuschöpfung der EU-Eliten, sondern „nur“ einer Erweiterung des bereits länger geplanten Entry-Exit-Systems (EES). Anders als dieses EES, das erst bei der Grenzkontrolle zum Zug kommt, setzt „Etias“ aber bereits bei den Reisevorbereitungen an: Sobald das System einsatzbereit ist, müssen alle von der Visumpflicht befreiten Nicht-EU-Ausländer vor ihrer Reise nach Europa einen Onlinefragebogen ausfüllen und um eine Einreisebewilligung ansuchen. Nach Kommissionsangaben soll die Anmeldeprozedur nicht mehr als zehn Minuten in Anspruch nehmen. Sobald eine Bearbeitungsgebühr von fünf Euro entrichtet und die Einreise genehmigt ist, gilt dieser „Etias“-Freifahrtschein für fünf Jahre.

Also leider zu früh gefreut – nichts mit Grenzkontrollen wegen der „Asyl“-Krise – nein, nur eine Schikanierung der Normal-Bürger…

 

[Text: W.-R. M.; Bild: Altrogge]