In der Josefstadt, dem beschaulichen 8. Wiener Gemeindebezirk, sind viele Studentenverbindungen, sowohl aus dem national-freiheitlichen als auch aus dem katholisch-konservativen Lager beheimatet. Das scheint einem Redakteur bzw. einer Redakteurin des Gratisblattes „Wiener Bezirkszeitung“ ein Dorn im Auge zu sein. Denn in der aktuellen Josefstadt-Ausgabe schließt man sich der Hetze gegen „Männerbünde“ – zu denen übrigens auch die Freimaurer zählen – an, zumal dies deutlich weniger Hirnschmalz abverlangt als eine objektive Auseinandersetzung mit Korporationen.

Konkret geht es um die an einer Hausmauer in der Florianigasse zu sehende linksradikale Schmiererei „Männerbünde sind wie Stöckelschuhe: untragbar“. Für die „Wiener Bezirkszeitung“ ist diese Schmiererei das „Schmuckstück der Woche“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Zudem ist im Begleittext zu lesen: „Dem kann man nur zustimmen – es sei denn, die Fußsohlen, Bänder und Zehenspitzen sind schon ausreichend abgehärtet.“

Keine Rolle scheint für die „Wiener Bezirkszeitung“ zu spielen, dass die von ihr verherrlichte linksradikale Schmiererei eine Straftat, nämlich eine Sachbeschädigung im Sinne von Paragraph 125 StGB darstellt. Aber anscheinend heiligt im Kampf gegen die „Männerbünde“ der Zweck die Mittel.

 

[Text: B. T.; Bild: Ausriß bz Josefstadt Nr 42 Seite 2]