In der EU sind das Schengener Abkommen und der damit verbundene Verzicht auf Kontrollen an den Binnengrenzen so etwas wie eine heilige Kuh. Weil wegen der Masseneinwanderung aus dem Nahen Osten immer mehr Staaten Grenzkontrollen einführen, wurden in den Medien Horrorzahlen lanciert. So war etwa zu lesen, ein Schengen-Aus würde Österreich 2,1 Milliarden Euro kosten. Mit diesen Märchen räumt nun eine Studie des renommierten Münchener ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut auf. Wie heute das ORF-Radio Ö1 berichtete, hat das ifo-Institut errechnet, dass nur mit Kosten von 80 bis 210 Millionen Euro bzw. neun bis 24 Euro pro Kopf zu rechnen wäre.

Vor allem aber wären die Kosten für Grenzkontrollen eine sehr gute Investition, wie der Autor der Studie, Gabriel Felbermayr, erklärt: „Wir sind der Meinung, dass die Kosten von Grenzkontrollen sehr viel kleiner sind als die Kosten, wenn man auf Grenzkontrollen verzichtet und eine ungeregelte Masseneinwanderung bekommt.“ Dabei nennt Felbermayr folgendes Beispiel: Die Kosten für Grenzkontrollen, die sein Institut errechnet hat, entsprächen den Kosten für die Versorgung von 10.000 sogenannten „Flüchtlingen“.Das heißt, wenn 10.000 Flüchtlinge nicht kommen, rechnet sich das schon“, sagte Felbermayr.

Der Vergleich mit den Kosten der Versorgung der Einwanderer ist interessant. Wenn nämlich Grenzkontrollen bis zu 210 Millionen Euro Kosten und damit 10.000 „Flüchtlinge“ versorgt werden können, dann bedeutet das, dass die alleine die Versorgung der 90.000 Einwanderer, die 2015 nach Österreich gekommen waren, etwa bis zu zwei Milliarden Euro kostet. Andere Kosten – etwa für Sprachkurse, Qualifizierungsmaßnahmen, langfristige Unterbringung, Mindestsicherung, Arbeitslosengeld – sind darin nicht mit eingerechnet.

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]