Seit gut sieben Jahren, seit dem Beginn der Bankenkrise und der darauffolgenden Staatsschuldenkrise, predigten wir in „Zur Zeit“: Griechenland ist für die Eurozone völlig ungeeignet. Geben wir den Griechen die Möglichkeit, in ihre alte Währung zurückzukehren, es gibt keinen anderen Weg. Dafür wurden wir als Miesmacher, als Euro-Pessimisten, als Europagegner und als Hetzer diffamiert.

Heute wissen wir, wir hatten Recht. Die Hellenen sind pleite, und auch wenn sie vielleicht noch für kurze Zeit formal in der Eurozone bleiben, werden sie sehr schnell auf eine eigene Währung oder die alte Drachme zurückschalten müssen. Der Euro als Gemeinschaftswährung, über völlig unterschiedliche Volkswirtschaften übergestülpt, ist gescheitert. Die Folgewirkungen der Griechenlandpleite auf andere schwache Volkswirtschaften in der Eurozone, wie etwa Italien, Spanien und Portugal, sind nicht abzusehen. Und ob die Deutschen den Karren weiterziehen können, indem sie alles finanzieren, wird auch von Tag zu Tag ungewisser.

 

A. M.