Dieser Tage hat der griechische Vize-Finanzminister Dimitris Mardas die angeblichen Forderungen Athens an die Bundesrepublik Deutschland mit 278 Milliarden Euro beziffert. Etwas mehr als zehn Milliarden Euro soll die Rückzahlung einer Zwangsanleihe ausmachen, die Athen 1942 der deutschen Reichsbank gewährt hat, und beim Rest der Summe soll es sich um Entschädigung und Wiedergutmachung für angebliche Schäden während der deutschen Besatzung handeln.

Keine Rolle scheint für die Griechen hingegen zu spielen, dass Athen von der Bundesrepublik Anfang der 60er-Jahre Reparationszahlungen in Höhe von 115 Millionen D-Mark in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg bekam. Inflationsbereinigt würde die damals geleistete Reparationszahlung heute mehrere Milliarden Euro betragen.

Und ob der plumpe Erpressungsversuch Athens die Bereitschaft der Bundesrepublik steigern wird, im Zuge der sogenannten Euro-Rettung weitere Milliarden nach Athen zu überweisen, darf ernsthaft bezweifelt werden. Vielmehr versuchen die Griechen mit ihrer unverschämten Reparationsforderung, 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Büchse der Pandora zu öffnen. Schließlich könnte ja auch Deutschland Reparationsforderungen an die Briten stellen wegen der Zerstörung Dresdens durch die Bomber der Royal Air Force.

 

A. M.

 

 

(Bild: Bauer/Bundesarchiv/wikimedia.org)