Sie wirkt sympathisch, kompetent und anders als typische Politiker. Irmgard Griss ist noch dazu die einzige Frau im Bewerberfeld und anfänglich hatte man auch den Eindruck sie könnte etwas Positives in der Hofburg für Österreich bewirken. Je weiter der Wahlkampf fortschritt, desto obskurer aber wurden ihre Positionen: Sie würde „das Abstimmungsergebnis zur Wehrpflicht nicht akzeptieren!“ Sie sei „für die Homoehe“! Sie würde „in der Präsidentschaftskanzlei auch verschleierte Moslemfrauen beschäftigen! Und nun schließlich: „Es wäre kein Problem, wenn auch heuer wieder, so wie im letzten Jahr, 90.000 Einwanderer aufgenommen würden und Asylstatus bekämen.“!

Da muss man sich schon fragen, was unterscheidet Frau Dr. Griss noch von Van der Bellen. Eigentlich nur mehr das Faktum, dass Sie eine Frau ist. Es ist geradezu unglaublich, wie sie sich chamäleonartig den NEOS andient, die sie ja bekanntlich im Wahlkampf unterstützen.

Es zeigt aber auch, wie politisch unerfahren sie ist, dass sie sich noch im letzten Moment selbst die Chancen nimmt, um in die Stichwahl zu kommen.

Denn eines hat sie noch nicht verstanden: Wenn ein Wähler das will: Wehrpflicht abschaffen, Homoehe, Islamfundamentalistinnen in der Hofburg und noch mehr Einwanderer aus fremdländischen Kulturkreisen, dann ist er bei Van der Bellen immer noch etwas besser aufgehoben. Und in so einem Fall geht der Wähler zum Schmied und nicht zum Schmiedl.

 

[Text: W. T.; Bild: griss16.at]