Frau Griss trägt den schönen altdeutschen Vornamen „Irmgard“. Dieser setzt sich zusammen aus den Wortbestandteilen „irmin“ für „groß“ und „gard“ für „Schutz“. Er bedeutet also so viel wie „große Beschützerin“. Dies ist ein Beweis dafür, dass der alte lateinische Sentenz „nomen est omen“ nicht immer zutrifft. Der kundige Beobachter des politischen Geschehens hatte jedoch bereits ein böses Vorzeichen erblickt, als Griss ihre Kandidatur zur Bundespräsidentenwahl ankündigte.
Das Presseecho war groß, als verlautbart wurde, dass die ehemalige Präsidentin des obersten Gerichtshofes sich anschicke, „das höchste Amt im Staate“ zu erringen. Schon ihr Auftakt-Video, in dem sie in verkrampfter Merkel- Pose auftrat, war ein Reigen aus nichtssagenden Plattitüden. Sie faselte von der „Würde des Menschen“ und einer von ihr gewünschten „offenen und toleranten Gesellschaft“, in der man sich„miteinander“ für „Solidarität“ einsetzen sollte.
Doch manch naives Zoon politikon, selbst aus unserem Lager, war trotzdem begeistert. Endlich gäbe es eine „unabhängige“ und vor allem „bürgerliche“ Kandidatin.
Eine solche gelte es rückhaltlos zu unterstützen, denn ein eigener freiheitlicher Kandidat hätte ohnehin keine Chance, da man ihn sowieso nur als „bösen Nazi“ abstempeln würde. Da wäre es doch taktisch geschickter, man setze auf einen „neutralen“ Bewerber wie Griss, welcher der FPÖ zumindest keine Probleme bereiten würde, wie man es etwa vom oberlinken Gutmenschen Van der Bellen erwarten darf.

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[Text: G.I.N. Bild: unzensuriert.at]