Bislang bilden Dänemark und Grönland eine politische Einheit. Während das bis dahin auch von Dänemark regierte Island in Folge militärischer Besetzung durch Briten und US-Amerikaner staatlich am 17. Juni 1944 selbständig wurde, blieb Grönland mit Dänemark vereint. Grönland und Island unterscheiden sich dadurch, dass Ersteres im Wesentlichen von Eskimos – die sich selbst Inuit nennen – besiedelt ist. Grönland hat kaum mehr als 50.000 Einwohner. Die Hauptstadt Nuuk zählt nur 17.316 Einwohner. Nur etwa 15 % der wohnansässigen Bevölkerung ist europäischen – meist dänischen – Ursprungs. 1987 wurde in der Hauptstadt Nuuk eine Universität gegründet, um den Bedarf an eigenen Akademikern zu decken. Die Studenten müssen zwingend dänisch und grönländisch sprechen und schreiben können.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Insel von Briten und US-Amerikanern besetzt und militärisch genutzt. Insbesondere für die Bekämpfung deutscher U-Boote im Nordatlantik war Grönland wichtig. Deutsche Geheimkommandos versuchten in dieser Zeit, Wetterstationen auf der Insel zu etablieren. In Thule wurde 1951 eine US-Luftbasis errichtet und die einheimischen Bewohner wurden 1953 zwangsumgesiedelt. In einem Ost-West Krieg wäre die Basis für die Sicherstellung von Nachschub über den Atlantik bedeutsam gewesen.

Der Außenminister Grönlands, Vittus Qujaukitsoq von der sozial-demokratischen Siumut-Partei, hat in einem Interview mit der dänischen Tageszeitung „Politiken“ damit gedroht, die „Reichsgemeinschaft“ mit Dänemark zu beenden und das US-Militär aus dem Land zu werfen. Zwar wurde Grönland in mehreren Stufen weitgehende Autonomie von Dänemark gewährt, aber trotzdem scheint die Unzufriedenheit zu wachsen.

 

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[Bild: Algkalv/wikimedia.org]