Bei der gestrigen Nationalratssitzung meinte ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka sinngemäß, man sollte die griechische Flotte, die immerhin 120 einsatzbereite Schiffe umfasst, zur maritimen Sicherung der EU-Außengrenzen aktivieren. Schließlich schütze dieser Nato-Staat mit einem hohen Verteidigungsbudget bislang nicht effektiv seine Seegrenze, offenbar, weil dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras dazu der politische Wille fehle.

Tatsächlich leistet sich das wirtschaftlich marode Griechenland sehr hohe Militärausgaben. 2010, in dem Jahr, als die Krise begann, lagen sie bei 8,85 Milliarden Euro, und 2014 immerhin noch bei 5,6 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Griechenland hat– was aus dem Konflikt mit der Türkei herrührt – ein überdimensioniertes Militär. Und aufgrund der rund 250 Milliarden Euro, die in den vergangenen Jahren nach Athen geflossen sind, um Griechenland bzw. die Banken des Landes vor der Pleite zu retten, wäre es angebracht, wenn nun die Griechen europäische Solidarität zeigten und die Seegrenze zur Türkei, die derzeit das Einfallstor für hunderttausende illegale Einwanderer nach Europa ist, endlich wirksam zu schützen.

Insbesondere wäre es dringend notwendig, hinter den Kulissen weitere Finanzhilfen für Athen mit dem Schutz der EU-Seegrenze mit militärischen Mitteln durch Griechenland zu koppeln.

 

 

Text: A. M.
Bild: ÖVP/Jakob Glaser