Wenn heute, Donnerstag, die Briten ein neues Unterhaus wählen, werden Moslems in 38 Wahlkreisen eine entscheidende Rolle spielen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Fernsehsenders Geo TV. In Großbritannien leben etwa drei Millionen Mohammedaner, etwa 60 Prozent davon stammen aus Pakistan, gefolgt von Indien, Bangladesch und dem Nahen Osten. Wie Geo TV herausgefunden hat, tendieren die Moslems zur oppositionellen linken Labour-Partei: „Interessanterweise verteidigt Labour in all den Wahlkreisen, in denen mehr als 1.000 moslemische Wähler registriert sind, 27 Sitze, die (konservative) Tory-Partei verteidigt zwölf Sitze, während andere wichtige Parteien es nicht geschafft haben, moslemische Wähler anzuziehen.“

Fest in mohammedanischer Hand scheint Bradford zu sein, eine Großstadt im Norden Englands, die auch als „Klein Pakistan“ bekannt ist. Geo TV zufolge hat der Wahlkreis Bradford-West „mehr moslemische Wähler als jeder andere Wahlkreis in Großbritannien“. In Bradford-West sind insgesamt 40.290 Wähler registriert, davon sind 20.669 bzw. 51 Prozent Moslems. Bei der Parlamentswahl 2015 konnte der Labour-Politiker Naz Shah diesen Wahlkreis mit 11.420 Stimmen Vorsprung für sich entscheiden. Im benachbarten Wahlkreis Bradford-Ost, wo 37 Prozent der Wähler Mohammedaner sind, gewann vor zwei Jahren der Labour-Kandidat Imran Hussain mit etwas mehr als 7.000 Stimmen Vorsprung.

Die Wahlkreise, in denen Moslems eine entscheidende Stellung zukommt, sind über ganz England verteilt. Zu nennen sind etwa Luton nördlich von London, Walsall in den West Midlands oder Bristol-West im Südwesten Englands.

 

[Text: B. T.; Bild: Bondegezou/wikimedia.org]