Bei einem internationalen Tennis-Turnier zwischen Deutschland und den USA auf Hawaii sang ein Solist vom Lautsprecher aus die deutsche Hymne – allerdings nicht, wie seit den 50er Jahren üblich, die dritte Strophe, sondern die erste. Der Text „Deutschland, Deutschland, über alles, über alles in der Welt“ erklang zu Ehren der aus Bosnien stammenden deutschen Tennisspielerin Andrea Petkovic. Ausgerechnet diese Tennisspielerin mit „Migrationshintergrund“ erregte sich maßlos über die Panne des Veranstalters und erklärte, es sei „unentschuldbar“ und „das Schlimmste, was ihr je im Leben passiert ist“.

Anscheinend ist nicht bekannt, dass laut bundesdeutscher Gesetzlage die dritte Strophe – „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ – die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland ist, das Deutschlandlied als ganzes jedoch nicht verboten ist.

Die Groteske um das Deutschlandlied zeigt übrigens wieder einmal deutlich auf, welches Geschichtsverständnis und welchen Patriotismus manche Neubürger mit „Migrationshintergrund“ haben.

 

[Text: A. M.; Bild: Andrej Berlin/wikimedia.org]