Jetzt ist es fix, es kommt eine Filiale des Möbelhauses IKEA in die Wiener Innenstadt – genauer gesagt zum Gelände des Westbahnhofs. Für die einen ein Grund zur Freude, den anderen eher egal, für die kleineren österreichischen Betriebe jedenfalls eher unerfreulich. Soweit, so gut, um ein Verkehrschaos zu vermeiden, hat der schwedische Konzern schon bekanntgegeben, dass hier ein autofreies Konzept angestrebt werden soll.

Und das war dann auch schon das Stichwort für die Grünen, die plötzlich auf Facebook Werbung für den schwedischen Möbel-Giganten machen: „Neben dem Westbahnhof entsteht der erste Öffi-Ikea der Welt. Das Einrichtungshaus ist gänzlich auf BesucherInnen ausgerichtet, die zu Fuß, mit den Öffis oder dem Fahrrad anreisen. Für größere Produkte wie Möbel wird ein spezielles Logistikkonzept erarbeitet“, loben die Gutmenschen den Konzern. Doch den meisten Facebook-Nutzern blieb die Doppelmoral der Grünen nicht verborgen und wiesen daher gleich auf die vergangene Kampagne der Grünen gegen IKEA hin. Hier echauffierte sich vor allem der EU-Abgeordnete Michael Reimon mit einer Anfrage zu IKEAS Steuerpolitik, bei welcher er zu Recht kritisierte, dass der Konzern den Bürgern über eine Milliarde an Steuern schulde.

Darauf angesprochen weisen die Betreiber der Grünen Facebookseite nur darauf hin, dass man auf EU-Ebene natürlich gegen den Konzern und seine Politik vorgehe, aber man sich für Wien so extrem freue, da endlich die großen Gewerbebauten aus der Peripherie der Stadt verschwinden und nicht mehr tausende Wiener mit dem Auto dorthin pilgern müssen. Ein Nutzer kommentierte dies mehr als treffend – hier sinngemäß wiedergegeben: „Was kommt als nächstes, ist es den Grünen lieber, wenn man zu Fuß zum Lebensmittelkonzern zur Fleischtheke geht, als dass man mit dem Auto zum Bio-Bauern fährt?“

Abgesehen davon, dass die Grünen hier ihre Doppelmoral aufzeigen, zeigt sich auch, wie sehr sie sich um heimische Betriebe und die Bürger sorgen: Anstatt Politik für die Bürger zu machen, wird ein internationaler Gigant hochgelobt, während die Geschäfte auf der Mariahilferstraße dank der grünen Eskapaden leiden.
Kleiner Nachsatz zum Schluss: Auch das Möbelhaus Leiner hat schon lange eine Filiale auf der Mariahilferstraße – auch ein „Öffi-Möbelhaus“, um in der Sprache der Grünen zu bleiben. Doch wo bleibt hier das Lob?

 

[Text: W.-R. M.; Bild: Screenshot Facebook „Grüne Wien“]