Die Landtagswahlen im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz sind für die Grünen alles andere als gut verlaufen. Die Linksaußenpartei büßte 10,1 Prozent ein und erreichte magere 5,3 Prozent – gerade noch genug, um den Einzug in den Landtag in Mainz zu schaffen. Besonders arg erwischt hatte es die Grünen aber in der kleinen Gemeinde Nürburg. Dort erzielten die Grünen einen sensationellen Absturz von 20,8 Prozent vor fünf Jahren auf nunmehr 0,0 Prozent.

Der Grund für die mehr als deutliche Abfuhr ist die Verärgerung der Wähler über Wirtschaftsministerin Eveline Lemke von den Grünen. Diese hatte nicht verhindert, dass der Nürburgring zum finanziellen Desaster wird. Auf Teilen der ehemaligen Autorennstrecke wurde nämlich ein Freizeitpark errichtet, dessen Betreibergesellschaft 2012 Insolvenz anmeldete. Am 1. August 2012 aktivierte das rot-grün regierte Rheinland-Pfalz Rücklagen in Höhe von 254 Millionen Euro, um eine Bürgschaft für einen der insolventen Betreibergesellschaft gewährten Kredit zu bedienen. Verkauft wurde der Nürburgring schließlich 2014 um 77 Millionen Euro, und dem Steuerzahler entstand ein Gesamtverlust von 330 Millionen Euro.

Von den Turbulenzen besonders betroffen war die kleine, 180 Einwohner zählende Gemeinde Nürburg, die sich von der grünen Wirtschaftsministerin im Stich gelassen fühlte. Der Ortsbürgermeister Reinhold Schüssler sagte dem „Focus“: „Was mit uns passiert, ist denen in Mainz doch piepegal. Wenn man uns nicht hilft, wenn man uns auf die Füße trampelt, dann muss man auch mit den Konsequenzen leben.“

 

[Text: B. T.; Bild: Screenshot Twitter]