In nördlicheren Gegenden des deutschen Sprachraums ist Knecht Ruprecht der Begleiter des Heiligen Nikolaus. Knecht Ruprecht sieht zwar nicht so furchterregend wie der alpenländische Krampus aus, doch führt auch er eine Rute mit, um unartige Kinder zu bestrafen bzw. sie zu einem folgsamen Verhalten zu ermahnen. Diese Tradition ist aber Josefine Paul, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag von Nordrhein-Westfalen, ein Dorn im Auge. Der „Rheinischen Post“ sagte die 36-Jährige, „Knecht Ruprecht ist nicht mehr zeitgemäß. Er passt nicht mehr in das heutige Bild der Kindererziehung.“

Die Grüne begründet ihren Verbotsvorstoß damit, dass Kinder auch mal frech sein und sich ausprobieren dürften. Zudem hätten Kinder ein Grundrecht auf gewaltfreie Erziehung, und dazu zähle auch psychische Gewalt. Dass zu einer sinnvollen Erziehung ebenso dazugehört, Kinder bei Fehlverhalten zu tadeln oder auch zu bestrafen, kommt Paul nicht in den Sinn. Aber immerhin hat sie für Knecht Ruprecht noch eine Verwendung: Vielleicht könne er „besser beim Tragen der Süßigkeiten helfen, anstatt mit der Rute zu drohen“.

Überhaupt scheinen bei Frau Paul die Interessensgebiete offenkundig weniger in der Kindererziehung, sondern anderswo zu liegen. So war sie während ihrer Studienzeit in Münster Koordinatorin den Fachforums „LesBiSchwul“ der Grünen Jugend. Und heute ist Paul Sprecherin für Kinder, Jugend und Familie sowie für „Frauen- und Queerpolitik“ der grünen Fraktion im Düsseldorfer Landtag.

[Text: A.L.; Bild:  Wikipedia/Albärt; Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported]