Der politisch korrekte Wahn der Gutmenschen macht auch vor einem der weltweit anerkanntesten Wissenschafter nicht halt. Die Universität Salzburg hat beschlossen, dem Medizinnobelpreisträger und Verhaltensforscher Konrad Lorenz die Ehrendoktorwürde abzuerkennen. Als Begründung wird angeführt, der 1989 verstorbene Lorenz habe sich „um eine wirksame Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts“ bemüht.

Tatsächlich hatte der Wissenschafter 1938 in seinem Aufnahmeantrag an die NSDAP unter anderem geschrieben, „daß meine ganze wissenschaftliche Lebensarbeit, in der stammesgeschichtliche, rassenkundliche und sozialpsychologische Fragen im Vordergrund stehen, im Dienste nationalsozialistischen Denkens steht“. Allerdings war es zur damaligen Zeit nicht möglich, wissenschaftliche Karriere zu machen, wenn man sich offen gegen das NS-Regime gestellt hätte, und andererseits schrieb Lorenz seinen Aufnahmeantrag vor dem Holocaust.

Wenig glaubwürdig ist die weitere Begründung der Universität Salzburg, Lorenz hätte im Verfahren zur Verleihung des Ehrendoktorats 1983 verschwiegen, dass er aktiv die nationalsozialistische Ideologie verbreitet habe. Denn zum einen war 1983 die wissenschaftliche Tätigkeit von Konrad Lorenz zur Zeit des Dritten Reiches allgemein bekannt, und zum anderen wäre er zehn Jahre zuvor, 1973, wohl nicht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden, wenn er sich aktiv um die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie bemüht hätte.

Eher scheint die offenkundig dem Geist der 68er-Bewegung verpflichtete Universität zu stören, dass Lorenz als Verhaltensforscher ein biologistisches Weltbild vertreten hat, das per se gegen die Dogmen des Marxismus verstößt. So schrieb er in seinem NSDAP-Aufnahmeantrag, „es ist mir gelungen, sozialistischen Studenten die biologische Unmöglichkeit des Marxismus zu beweisen“.

 

 

Text: B. T.
Bild: Eurobas/wikimedia.org