Es wäre nicht Michael Häupl wenn er nicht versuchte seine linkslinke Riege im Wiener Rathaus mit Wortmeldungen zu bedienen, die diese gerne hören. In seinem jüngsten Kurierinterview warnt er einmal mehr vor einer Koalition mit der FPÖ. „Ich sehe mit der FPÖ keine inhaltliche Schnittmengen, um eine gemeinsame Regierung zu bilden. Wenn ich mir die jüngsten Aussagen von Strache anhöre, der die Vernichtung des Kammersystems fordert, ist das ein Vollangriff auf die Sozialpartnerschaft.“

Trotz des unrühmlichen Abganges von Sonja Wehsely aus der Wiener Stadtregierung scheint der Druck der verbliebenen Linken auf den Langzeitbürgermeister unglaublich groß zu sein.

Häupl weiß natürlich genau, dass sein Vorwurf an Strache und die FPÖ schlichtweg falsch ist. Diese hatte lediglich gefordert die Zwangsmitgliedschaft abzuschaffen. Ein durchaus legitimer und auch sinnvoller Vorschlag. Zwang zu einer Mitgliedschaft, für die man auch noch zahlen muss, ist ein Relikt aus uralten Zeiten, als die Demokratie in unserem Land noch nicht so weit entwickelt war. Und sinnvoll ist es allemal, wenn Standesvertretungen sich um ihre Mitglieder bemühen müssen. Dann hätten sie dann auch einmal den Ansporn, sich wirklich einmal für deren Interessen einzusetzen.

 

[Text: W. T.; Bild: SPÖ Presse und Kommunikation]