Die „Qualitätsjournalisten“ des ORF bemühen sich, wo sie nur können, die aus dem Nationalrat und dem Kärntner Landtag hinausgeflogen Grünen in Erinnerung zu rufen, wo immer das nur möglich ist. Mit gutem Grund! Nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn besteht die Gefahr für die Grünen, dass sie auch bei den nächsten Wahlen wegen ihrer offenkundigen Bedeutungslosigkeit scheitern könnten.

Aber nicht nur die Journalisten wissen das, sondern auch die Macht-orientierte ÖVP. Verlieren die Grünen, gewinnt die SPÖ. Wir haben das nicht nur bei der Nationalratswahl gemerkt, wo Kern nur dank der Übernahme eines Großteils der einstigen Grünwähler den zweiten Platz für die ÖVP knapp vor der FPÖ halten konnte. Auch in Kärnten ist Peter Kaiser in erster Linie durch den Absturz der Grünen zu seinem ausgezeichneten Ergebnis gekommen.

Dieser Abtausch von Grün zu Rot ist aber genau das, was die ÖVP nicht will und nicht brauchen kann, will sie ihre vorherrschende Rolle weiterhin behaupten.

Obwohl es sicher nicht einfacher ist, eine Dreierkoalition zu führen, hat sich Haslauer daher für diese Variante entschieden. Die Regierungsbeteiligung in Salzburg bringt den Grünen Öffentlichkeitswirksamkeit, die sie in ihrer üblen Lage derzeit dringend brauchen.

All jene, die jetzt immer noch glauben, dass der ÖVP-Obmann Sebastian Kurz eigentlich auch in Salzburg lieber eine schwarz-blaue Koalition gehabt hätte, seien auf die strategischen Glanzleistungen von Kurz hingewiesen, die er bisher bereits eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

[Text: W.T.; Bild: Ausschnitt Wikipedia/BMEIA/Dragan Tatic; Lizenz: CC BY 2.0 ]