Wieder einmal tauchen schwere Vorwürfe gegen Hillary Clinton auf. Denn zwei Vorsitzende des Ermittlungsausschusses des Kongresses werfen in einem Brief der demokratischen Präsidentschaftskandidatin vor, in mindestens vier Fällen gelogen zu haben. Im Oktober des Vorjahres hatte Clinton unter Eid zum E-Mail-Skandal ausgesagt. Dabei geht es unter anderem um dienstliche E-Mails, die sie während ihrer Zeit als Außenministerin auf ihren privaten Server weitergeleitet haben soll. Das FBI sieht darin eine Gefährdung der nationalen Sicherheit der USA.

Bei ihrer Anhörung sagte Clinton, sie habe keine als geheim eingestuften E-Mails auf ihren privaten Server weitergeleitet. FBI-Direktor James Comey widerspricht dieser Aussage: „Wir fanden heraus, es gab geheime Informationen.“ Der zweite Vorwurf des Meineids bezieht sich auf Clintons Behauptung, ihre Anwälte hätten alle privaten E-Mails durchgesehen und gelesen. Denn Untersuchungen ergaben, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Kein Wunder, geht es dabei doch um 62.000 elektronische Nachrichten. Als falsch stellt sich auch Clintons Aussage heraus, sie hätte nur ein Gerät benutzt. FBI-Chef Comey findet dazu folgende klaren Worte: „Während ihrer vier Jahre als Außenministerin hat sie mehrere Geräte benutzt.“

Schließlich sagte die Präsidentschaftskandidatin, sie habe alle arbeitsbezogenen E-Mails im Umfang von 55.000 Seiten dem Außenministerium übergeben. Auch hier dürfte es Clinton mit der Wahrheit nicht ernst genommen haben, wie Comey betont: „Tausende wurden nicht übergeben.“ Außerdem gäbe es „keine Zweifel, dass arbeitsbezogene E-Mails elektronisch aus dem E-Mail-System entfernt wurden.“

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte Clinton ein gewaltiges Problem. In den USA gilt Meineid als Verbrechen, das mit Haftstrafe bedroht ist. Im Ernstfall müsste sie also hinter Gitter.

 

[Text: B. T.; Bild: C-SPAN/wikimedia.org]