Vergangene Woche wollte Wiens Vizebürgermeister Gudenus mit seiner Freundin und anderen Wiener FP-Funktionären im Wiener Nobel-Etablissement „Club X“ speisen, aber anstatt die Karte vom Kellner zu bekommen, sagte der Kellner: „Sie werden hier nicht bedient.“

Nachdem die Freundin von Gudenus diesen Vorfall publik gemacht hat (via Facebook) dauerte es nicht lange und einer der Betreiber des „Club X“, Sammy Zayed, meldete sich zu Wort und bestätigte den Rauswurf der Freiheitlichen auch noch mit folgenden Worten: „Ich bin Österreicher mit Migrationshintergrund. Der Club steht für Weltoffenheit und Respekt. In diesem Wertekonstrukt geht sich der Herr Gudenus nicht aus.“ ("Profil").

Die Freude, der Spott und die Häme der linken Gutmenschen über den Rauswurf war natürlich groß und die Lokalbetreiber wurden gefeiert – vor allem, da Gudenus selbst vor einem Jahr ein Hausverbot für Asylwerber in einer Ischler Bar gut geheißen hatte. Wobei man dazu sagen muss, dass es in dieser Bar angeblich sexuelle Übergriffe durch Asylanten gegeben haben soll ("Salzburg24").

Überraschenderweise bekommt der FP-Vizebürgermeister nun ein wenig Rückendeckung durch einen Blogbeitrag bei dem „Migranten“-Magazin „Das Biber“. Hier schreibt David Slomo: „Klar gibt es das Argument, dass der Besitzer darüber entscheiden darf, wen er bedienen möchte und wen nicht. Dann muss dieses Argument aber auch beidseitig gelten. Man dürfe demnach nach Hautfarbe, Religionsbekenntnis und Geschlecht trennen. Wir dürfen uns also nicht beschweren, wenn auch eine Frau Duzdar aus Clubs geworfen wird.

So etwas gab es schon mal in Österreich und ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir die Zeit nicht wieder zurückdrehen möchten. Nur fängt das alles mit solchen Aktionen an. Heute darf der Gudenus nicht in einen Club, morgen dürfen alle Jugos nicht mehr in ein bestimmtes Restaurant und übermorgen werden an Lokalen Schilder angebracht, auf denen steht ‚Kauft nicht bei Moslems‘.“ ("Das Biber")

Zum Abschluss kommt aber dennoch ein Spitze gegen Gudenus, denn Slomo empfhielt, für die Zukunft, ungeliebten Gästen einfach ins Essen zu spucken.

Dennoch gibt es in dem Text einen mehr als interessanten Punkt: Nämlich die Warnung vor den Anfängen – Slomo schreibt von den Schildern mit der Aufschrift „Kauft nicht bei Moslems“ –, denn traurigerweise muss man ja sagen, dass der Fall „Gudenus“ nicht der Erste ist, bei welchem rechte bzw. konservativen Personen dikriminiert werden.

Schon seit langem ist es gang und gäbe Burschenschaftern Veranstaltungsräume nicht vermieten zu wollen (bekanntestes Beispiel ist hier wohl die Hofburg) oder den Einlass in Restaurants gleich ganz zu verweigern. Ein Beispiel hierfür ist das spanische Lokal „Puerta del Sol“ im 8. Wiener Gemeindebezirk. Hier ist links neben dem Eingang ein Schild mit der Aufschrift „Für alle Schlagenden – Wir sollen nicht hinein“ angebracht – und erinnert stark an die Tafel mit Hund und der Aufschrift „Ich muss draußen bleiben“.

Aber nicht nur „Minderheiten“ wie Burschenschafter werden durch solche Diskriminierungen in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten: Regelmäßig werden gleich alle FPÖ-Wähler mit pauschalen Lokalverboten belegt, so haben es zum Beispiel die Betreiber des Wiener Nachtklubs „Grelle Forelle“ nach der letzten Nationalratswahl gemacht. Sie verkündeten auf Facebook, dass das Lokal „keinen Platz für FPÖ Wähler hat“.

Aber auch Eva Trimmel, die Betreiberin des kleinen Lokals „Fett und Zucker“ im zweiten Bezirk in Wien (wir haben darüber berichtet) hatte es nicht so mit der Meinungsfreiheit und stellte nach dem ersten Wahldurchgang der Präsidentschaftswahl eine Tafel vor ihr Lokal auf welcher zu lesen stand: „Wenn du bei diesen 35% dabei bist, geh doch bitte einfach weiter. Danke! #rightwingNOTwelcome“

Wobei festzuhallten ist, dass das Lokalverbot der „Grellen Forelle“-Betreiber noch relativ unbeachtet blieb, hat sich die Stimmung in Österreich doch gewandelt, denn für Eva Trimmels Akt der „Zivilcourage“ stieß sie auf erheblichen Gegenwind. Vielleicht wachen die Österreicher doch immer mehr mehr auf und durchbrechen langsam die linke Deutungshoheit.

Aber nicht nur in Lokalen werden andersdenkende Personen gerne Diskriminiert. Die Bekleidungsmarke „Kiss Kiss Bang Bang“ stellt fast einen ganzen Kriterienkatalog auf, wer bei ihnen unerwünscht ist: „If you are racist, sexist, homophobic, or an asshole … don’t come in! (Wenn du ein Rassist, Sexist, Homophob, oder einfach ein Arschloch bist … komm nicht rein!)“ – man könnte es einfach damit zusammenfassen: „Bist du nicht rechts, dann komm rein!“

Soviel zum Thema der Toleranz und des Respekts vor anderen Menschen…

[Text: W-R.M. Bilder: ZZ/Archiv; Bild "Hofer-Wähler in Kaffeehaus nicht erwünscht" Screenshot "Kurier"]