Die Bilder waren überaus verstörend. Kindergartenkinder in Spezialkommando-Uniformen und mit äußerst detaillierten Spielzeugwaffen übten Geiselnahmen. Es handelte sich um palästinensische Kinder, welche in Tagesbetreuungseinrichtungen der Hamas ideologisch geschult werden. Sofern der Begriff Tagesbetreuung in diesem Zusammenhang verwendet werden kann.

Die Kinder werden dort indoktriniert und darauf vorbereitet, Israelis als Geiseln zu nehmen. Sei es zur Freipressung von inhaftierten Terroristen, sei es zur Ermordung vor laufender Kamera, um abschreckende Exempel zu statuieren.

Diese Bilder erinnerten an den Skandal in österreichischen Kindergärten, die von türkischislamistischen Vereinen kontrolliert werden und wo die Kinder lernen, Christen als Kreuzzügler und Feinde zu betrachten.

Im Gazastreifen rechnet man mit derartigen Umtrieben. Man schüttelt den Kopf, aber man ist nicht überrascht. In Wien rechnet man mittlerweile zwar mit vielem, jedoch nicht in einer derartigen Intensität. Die Verteidiger der fünften Kolonne zogen aus, um sich zu rechtfertigen. Man feiere den Jahrestag der Schlacht von Gallipoli. Außerdem verkleiden sich europäische Kinder ja auch als Kreuzritter zu Fasching.

Wer den Unterschied nicht versteht, der will nicht verstehen. Europäische Kinder verkleiden sich zwar als Ritter, spielen Soldaten oder hantieren mit Spielzeugwaffen, aber dies liegt in der Natur des Kindes. Zur Zeit der Burenkriege spielten die Kinder in Wien nicht Cowboy und Indianer, sondern Buren und Engländer.

Aber es fand bzw. fi ndet, abgesehen von der ebenso verurteilenswerten Zeit der totalitären Regime, keine Ideologisierung oder Indoktrinierung der Kinder statt. Es wird keine explizite ethnische oder religiöse Gruppe als Feindbild aufgebaut. Die Kinder tun einfach das, was Kinder tun. Das ist keine Frage der Kernphysik, sondern eine Frage des Hausverstands. Und wer ließ ein „Star Wars Lego“-Sortiment einstampfen, weil es suggeriere, dass alle Muslime Terroristen seien?

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