Wo FPÖ-Politiker Verantwortung tragen, werden linke Fehlentwicklungen beendet. Ein Beispiel ist VerteidigungsministerMario Kunasek, denn das Verteidigungsministerium (BMLV) verzichtet künftig in seinen „amtlichen Schriftstücken“ auf getrenntgeschlechtliche Formulierungen und auf „Binnen I“-Konstruktionen.
Konkret wurde im Auftrag von Ministers Kunasek eine Änderung hinsichtlich des Sprachgebrauchs bei „geschlechtergerechten Formulierungen in Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften, Formularen usw. für den gesamten Ressortbereich des BMLV“ angeordnet. Wörtlich heißt es im amtlichen Schriftstück, das mit 23. April 2018 datiert ist: Amtliche Schriftstücke sind im Sinne des Art. 8 Abs. 1 B-VG nach den orthographischen Regeln der Amtssprache zu verfassen; dabei ist im Speziellen dem Grundgedanken einer möglichst leichten Lesbarkeit Rechnung zu tragen. Zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter sind in erster Linie geschlechtsneutraleBezeichnungen (zB „die Studierenden“ oder „die Anspruchsberechtigten“) vorzusehen.
In all jenen Fällen, in denen eine formelle sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter im Wege einer durchgehenden Verwendung geschlechtsneutraler Wendungen und Begriffe insbesondere aus sprachlichen oder vorschriftsökonomischen Gründen nicht in Betracht kommt (z. B. im Bereich des Vorschriftenwesens), so ist die Formalregelung mit dem Satz, „Die in dieser Rechtsvorschrift verwendeten personenbezogenen Ausdrücke betreffen, soweit dies inhaltlich in Betracht kommt, Frauen und Männer gleichermaßen“, anzuwenden. In weiterer Folge ist ausschließlich das generische Maskulin zu verwenden. Besonders wird darauf hingewiesen, dass das große „I“ im Wortinneren (zB „StudentInnen“) oder eine abgekürzte Nennung beider Geschlechter (zB „der/die Studierende“) jedenfalls nicht anzuwenden sind! Damit bricht das Verteidigungsministerium mit einem wirkmächtigen (feministischen) Dogma. Der Grundsatz zur „sprachlichen Gleichbehandlung“ basiert aber auf einer ebenso ideologischen wie falschen „Lesart“ der inneren Logik unserer Muttersprache. Die Verwendung des „generischen Maskulinum“ (z. B. „der Mensch“, „die Zuschauer“ ...) hat mit Sexismus und Ausklammerung des Weiblichen oder gar Unterdrückung der Frau in der Sprache nichts zu tun.
Verteidigungsminister Kunasek bringt seine ministerielleWeisung nüchtern und präzis auf den Punkt, wenn er meint. „Für mich ist das eine Rückkehr zur sprachlichen Normalität!“ Zumindest im österreichischen Bundesheer wir jetzt das Binnen „I“ ausgemustert!
Mit seiner Entscheidung, beim Bundesheer zur sprachlichen Normalität zurückzukehren, stach Kunasek in ein Wespennest. Die Initiatorinnen des Frauenvolksbegehrens schrieben in einer Aussendung, „Menschen, die nicht mehr benannt werden, verschwinden von der Bildfl äche“, um dann allen Ernstes zu behaupten, wegen der Abschaffung des Binnen-I würde „sozusagen mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung aus der Öffentlichkeit herausgenommen“. Ähnliche (entbehrliche) Wortspenden kamen von der Sozialistischen Jugend, der Bundesjugendvertretung, der politisch komatösen Liste Pilz und dem „Frauennetzwerk Medien“.
Letzteres schrieb in typisch radikal-feministischer Manier in einer Aussendung, für Kunasek würde die Gleichberechtigung der Geschlechter „für ihn die patriarchal gewachsene Struktur seiner Muttersprache zerstören“. Dass der Durchschnittsbürger das Binnen-I ablehnt und auch die meisten Journalisten keine „geschlechtsneutralen Formulierungen“ verwenden, kümmert das „Frauennetzwerk Medien“ freilich nicht.
Welche Auswüchse die Genderei unter Kunaseks sozialistischen Vorgängern beim Bundesheer bereits angenommen hat, belegt ein Artikel der „Salzburger Nachrichten“ vom 19. Oktober 2015. Das Blatt berichtete über einen „Sprachleitfaden für einen geschlechter- und diversitätsgerechten Sprachgebrauch“ des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport, der im Intranet des Ressorts veröffentlicht wurde.
In dem „Leitfaden“, für den damals SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug die politische Verantwortung trug, wurde jedwede männliche Form in zusammengesetzten Wörtern auf einen Index gesetzt: „Mannschaft, Mannesausrüstung und Mannstunde werden aus dem Soldatenwortschatz verbannt, es heißt nun Besatzung, Personenausrüstung und Personenstunde.
Dasselbe gilt auch für die Pronomen man, jeder, jemand und niemand – sie sind generell zu vermeiden“, schrieben die „Salzburger Nachrichten“. Auch sollten Soldaten mit Schnupfen nicht mehr zum Militärarzt geschickt werden, statt dessen wurden „militärmedizinische Behandlungen für Militärpersonen“ vorgesehen. Wenig überraschend wurde in dem „Leitfaden“ – so viel politische Korrektheit muss schon sein – auch die Verwendung „wertneutraler“ Bezeichnungen nahegelegt. Ein Beispiel: Statt von „Ausländern“ sollte auch beim Bundesheer von „Personen mit Migrationshintergrund“ gesprochen werden.
Die freiheitliche Frauensprecherin Carmen Schimanek freute sich erwartungsgemäß über den Vorstoß von Verteidigungsminister Kunasek, beim Bundesheer auf das Binnen-I zu verzichten und stattdessen wieder auf leicht verständlichen sowie praxisnahen Sprachgebrauch zu setzen. Denn eines ist klar: Die Genderei macht Gesetzestexte oder amtliche Schriftstücke, die für den Normalbürger oftmals ohnedies bereits schwer zu verstehen sind, völlig unverständlich. So heißt es etwa in der Geschäftsordnung des Wiener Magistrates: „Ist der oder die Vorsitzende verhindert, so wird er oder sie durch von ihm oder ihr bestimmten Stellvertreter oder durch die von ihm oder ihr bestimmte Stellvertreterin vertreten. Sie oder er sind verpfl ichtet, im Krankheitsfall eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter zu benennen, die oder der ihre oder seine Aufgaben so lange übernehmen, bis sie oder er dies wieder übernehmen kann.“ Eine andere Sprachpolitik als die Freiheitlichen scheint die ÖVP zu verfolgen. Denn Anfang Mai kündigte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka im „Kurier“ an, „NS-Ausdrücke“ in der Sprache „aufzuspüren“. Sobotkas Vorstoß wird freilich nicht von allen Bürgern goutiert. Denn unmittelbar nach Erscheinen des Artikels auf der „Online“-Ausgabe des Wiener Kuriers, musste der Administrator die Kommentarfunktion zum Bericht: „Sehr geehrte Leser, aufgrund wiederholter und schwerwiegender Verletzungen der Netiquette müssen wir das Forum unter diesem Artikel leider bis auf Weiteres schließen“.

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[Text: B.T.; Bild: Bundesheer/Pusch]