Es ist ganz offensichtlich das Bedürfnis alternder Politiker ihre Unerschrockenheit und Fitness unter Beweis zu stellen. Wir kennen das von Präsident Putin, der seinen stählernen Körper gerne zur Schau stellt, wir erinnern uns auch noch an den ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der mit einem amerikanischen Abfangjäger publikumswirksam auf einem Flugzeugträger landete. Ähnliches hatte nun der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer im Sinn. Als Oberbefehlshaber des österreichischen Bundesheeres hob er in einer P-7 Maschine des Bundesheeres (Erstflug 1966) vom Fliegerhorst Zeltweg ab. Allerdings nicht wie Bush es tat, als Pilot sondern lediglich als Passagier.

Gar nicht lustig findet das die, um die Existenz unseres Bundesheers kämpfende FPÖ: „Weit weg von Top-Gun, dafür tief drinnen im Fettnapf“, so kommentierte der freiheitliche Generalsekretär NAbg. Herbert Kickl den peinlichen PR-Auftritt des Herrn Bundespräsidenten beim gestrigen Vergnügungsflug Fischers in einer PC-7 am Fliegerhorst Zeltweg. „Das Heeresbudget kracht an allen Ecken und Enden, während sich der Herr Bundespräsident fliegerisch bespaßen lässt“, bezweifelte Kickl den militärischen Mehrwert dieser Aktion.

Ganz ohne Nutzen könnte der Ausflug Fischers in luftigen Höhen aber vielleicht doch nicht sein.

„Ich hoffe, dass Fischer bei seinem Rundflug zumindest bemerkt hat, dass er in einem hoffnungslos überalterten Fluggerät sitzt, das so weit von ‚Top-Gun‘ entfernt ist, wie Zeltweg von der ‚Naval Air Station Fallon‘ in Nevada. Wenn nun Fischer aufgrund seiner Erfahrungen jetzt Druck auf die Bundesregierung mache, das Heer nicht gänzlich ausbluten zu lassen, dann sei ihm der gestrige Bespaßungsflug gegönnt“, sagte Kickl, der dies freilich bezweifelt.

 

W. T.

 

 

(Bild: Parlamentsdirektion/WILKE / Peter Lechner/HBF)