Erst dieser Tage wurden in Graz wieder drei tschetschenische Mädchen festgenommen, die nach Syrien ausreisen zu wollen, um Kämpfer des „Islamischen Staates“ zu heiraten. Zur gleichen Zeit wurden quer durch Österreich weitere Personen inhaftiert, die verdächtigt sind, bereits im Dschihad gekämpft zu haben oder dies noch zu bezwecken. Zumeist handelt es sich um Angehörige der tschetschenischen Volksgruppe, die als Asylanten im Lande weilen. Zumindest 30.000 Tschetschenen soll es gegenwärtig in Österreich geben, die besonders anfällig sind für die Lockungen des radikalen Islamismus. Insbesondere die jungen Tschetschenen zeichnen sich durch ein hohes Gewaltpotenzial aus, was sich auch in der österreichischen Kriminalstatistik deutlich niederschlägt.

Nach Aussagen von Sozialarbeitern und Psychologen sind viele dieser tschetschenischen Jugendlichen durch den tschetschenischen Bürgerkrieg traumatisiert bzw. übernehmen die Traumatisierung von ihren, aus den Kriegsgebieten stammenden, Eltern. Diese Traumatisierung, gemeinsam mit der Neigung zu einer radikalen Auslegung des Islams, prädestinieren sie für die Anwerbeversuche des „Islamischen Staates“. Dabei sind es eben nicht nur junge Männer die als Kämpfer nach Syrien wollen, sondern immer häufiger auch junge Frauen tschetschenischer Herkunft, die diesen Kampf durch eine Heirat mit einem IS-Kämpfer unterstützen wollen. Auf Dauer stellen diese Menschen auch ein Gefährdungspotenzial für die innere Sicherheit selbst dar, da es deutliche Anzeichen gibt, dass der „Islamische Staat“ den Dschihadismus eben auch nach Europa tragen will.

 

A. M.

 

 

(Bild: Screenshot youtube.com)