Mit 89 Jahren wurde er zum „coolsten Typen“ Deutschlands gewählt, und am Dienstag ist Helmut Schmidt in seiner Heimatstadt Hamburg im Alter von 96 Jahren verstorben. 1953 wurde der Sozialdemokrat in den Bundestag gewählt, und zwischen 1974 und 1982 war Schmidt Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. In seine Amtszeit fielen die Wirtschaftskrise und die linksextreme RAF-Terrorwelle der 1970er Jahre.

Nachdem seine sozialliberale Regierung am 1. Oktober 1982 durch ein konstruktives Misstrauensvotum von CDU, CSU und FDP im Bundestag gestürzt worden war, zog sich der Oberleutnant der Deutschen Wehrmacht aus der Politik zurück. Das hinderte Schmidt aber nicht, zu tagespolitischen Themen Stellung zu nehmen – und dabei auch in Widerspruch zur Linie seiner Partei, der SPD, zu treten. So sagte er: „Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden.“ Und Schmidt weiter: „Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem nicht, sondern schafft nur ein zusätzliches dickes Problem.“ Und Deutschland habe sich damit in den vergangenen 15 Jahren übernommen. „Wir sind nicht in der Lage gewesen, alle diese Menschen wirklich zu integrieren”, sagte Schmidt bereits vor zehn Jahren.

 

 

Text: B. T.
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