Dass der britische König Edward VIII. Sympathien für Hitler hegte, ist bekannt. Wie nun die in England lebende deutsche Historikerin Karina Urbach herausgefunden hat, hoffte Edward 1940 als Herzog von Windsor – diesen Titel trug der nach seiner Abdankung Ende 1936, die nach offizieller Lesart wegen seiner Heirat mit der bürgerlichen, zweimal geschiedenen US-Amerikanerin Wallis Simpson erfolgte – auf eine Bombardierung Englands durch das Deutsche Reich. Dies würde, so meinte er, einen raschen Frieden bringen.

Wie Urbach dem russischen Nachrichtensender RT sagte, habe sie für ihre Forschungen über den Herzog von Windsor ausländische Archive durchforstet. In den britischen wäre sie nicht fündig geworden, weil etwa der Schriftverkehr mit deutschen Verwandten der königlichen Familie aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gesperrt ist.

Fündig wurde Urbach in spanischen Archiven, wie sie erklärt: „Im Juni 1940 berichtete Don Javier Bermejillo, ein spanischer Diplomat und alter Freund von Windsor – er kannte ihn seit den 1920ern – von einer Unterredung, die er mit den Herzog und seinen Vorgesetzten hatte. Er hörte den verbitterten Herzog sagen, ‚die Juden, die Roten und das Außenministerium‘ hätten Schuld am heraufziehenden Krieg, lange bevor er begann“. Und in einem Gespräch am 25. Juni 1940 soll der Herzog Bermejillo zufolge gemeint haben, „wenn England erfolgreich bombardiert wird, könnte das Frieden bringen.“

 

B. T.

 

 

(Bild: Bundesarchiv, Bild 102-17964 / Pahl, Georg / CC-BY-SA)