Das Wochenmagazin Zur Zeit hat am vergangenen Wochenende das erste Mal mit sogenannten Stummen Verkäufern gearbeitet – das sind die altbekannten Plastiktascherln mit einer Kassa dran, welche an Straßenlaternen montiert werden. Soweit, alles ganz normal, eine Zeitung bemüht sich eben um mehr Absatz…

Jedoch nicht für unsere gutmenschelnden willkommensklatschenden Mitbürger, für die war dies nämlich ein Skandal, ein richtiger Orkan, aber auch nur im Wasserglas. Zu mehr hat es unter der antifaschistischen „Bewegung“ nicht gereicht. Dennoch sind von dieser kleinen Aufregung zwei Schmankerln hervorzuheben: Wie bereits unzensuriert.at berichtet hat, wurde auf Facebook (siehe Bild) dazu aufgerufen unsere Zeitungen in den Müll zu buchsieren.

Gerade auf der Thaliastraße entdeckt: Die Rechtsextremen von "Zur Zeit" üben sich in Straßenpropaganda. Auftrag an alle, die ein solches Gehänge sehen: Ausräumen und dorthin platzieren, wo es hinghört, das Blattl. Weg mit dem braunen Dreck!

[Bild: Screenshot unzensuriert]

Die Antifaschisten sind empört, Freunde des Aufrufers fragen etwa: „Dürfens denn das?" „Wenn Ihr diese Zeitungstaschen seht bitte Foto mit Adresse und Datum einfach an mich!“, fordert Egon S. „Von soviele Hetze wird mir schlecht. Ich bin auch traurig, weil ich dachte mit dem 8.5.1945 ist der braune Spuk aus Europa endlich verschwunden“, ergänzte Franz S.

Aber auch im sozialen Netzwerk Twitter sorgen die Stummen Verkäufer für „Aufruhr“, hier schreibt der Nutzer K. (siehe Bild):

Das rechte Hetzblatt #ZurZeit in Währing zur Mitnahme. #FPÖ goes #Stürmer 😞

[Bild: Screenshot Twitter]

Gleich in seinem nächsten Tweet fragt er sich dann auch noch:

Was gegen ein Verbot von #FPÖ, #Aula, #ZurZeit, #Unzensuriert etc. spricht: ...

Eigentlich ist die Aufregung ja halb so schlimm, ist es ja nur eine Werbung für unser Medium, jedoch findet man, wenn man nach K. genauer sucht auch noch seinen Internet-Blog – und jetzt zeigt sich die verquere Weltsicht des Internetbloggers und „Aktivisten“. Wenn man auf seinen Blog die Kategorie „Über mich“ anklickt findet man ein paar Informationen zu seiner Person und auch ein Zitat:

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ von Evelyn Beatrice Hall

 

[Bild: Screenshot geraldkitzmueller.wordpress.com]

Lustig ist nur, dass Herr K. sich aber dennoch Verbote von Andersdenkenden Menschen wünscht und sogar als sein „Motto“ sieht, wie er es auch auf Twitter schreibt:

Sozialdemokrat, direkt, logisch und kausal. Was ich begrüßen würde: Friede, Freude, Eierkuchen. Und ein Verbot der FPÖ.

[Bild: Screenshot Twitter]