Andreas Gabalier ist seit Jahren der kommerziell erfolgreichste Sänger Österreichs. Die EAV ist eine österreichische Musikgruppe, deren erfolgreichste Zeit schon gut 30 Jahre zurückliegt. Und während sich Andreas Gabalier politischer Stellungnahmen enthält, sieht sich EAV-Sänger Klaus Eberhartinger immer wieder bemüßigt, seinen politisch korrekten Senf dazuzugeben. So gab Eberhartinger Gabalier den Rat, „zumindest einen Kommentar abzugeben“.

Gemeint ist ein Kommentar zu Chemnitz. Die deutsche Schlagersängerin Helene Fischer, die in der Vergangenheit das politische Geschehen nicht kommentiert hatte, wurde deshalb von der politisch korrekten linken Kulturschickeria kritisiert und meinte schließlich zu Chemnitz: „Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert.“

Eberhartinger sprach in einem Interview von einer „Zeit, die Sorgen bereitet“, die man kommentieren müsse, und „in Zeiten wie in diesen kannst du nur Komplize sein oder Rebell“. Daher wünsche man sich, dass „die politisch keimfreie Fraktion wie Fischer oder Gabalier in ihren Liedern zum Nachdenken anregt“. Die EAV regt in ihren Liedern allerdings nicht zum Nachdenken kann, sondern betreibt plumpe Gutmenschen-Propaganda.

Im Text des Liedes „Trick mit der Politik“, das Ende September im Zuge des letzten Albums der EAV erscheint, heißt es etwa: „‚Winkt ein Vorteil, dann greif zu‘, denkt sich so manches Mitglied der EU Doch wenn es ums Asylrecht geht ist’s vorbei mit der Solidarität.“ Offenbar fühlen sich Eberhartinger und die übrigen EAV-Musiker seit Jahren schon bemüßigt, persönliche Vergangenheitsbewältigung zu betreiben. Schließlich lautete der Refrain des 1983 veröffentlichten Liedes „Afrika“: „Heute fahr'n ma Neger schau'n, des wird a Trara - hu!“

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Biha; Lizenz: CC BY-SA 4.0]