Seit 67 Tagen sitzt der deutsche Journalist Billy Six in Venezuela im Gefängnis, bisher ohne Urteil. Seit dem 9. Januar hat es kein Lebenszeichen mehr aus dem Hochsicherheitsgefängnis des berüchtigten Geheimdienstes Sebin gegeben. Six wird Spionage und Hochverrat vorgeworfen; tatsächlich soll er aber lediglich eine Demonstration fotografiert haben.
Sein Rechtsanwalt, der von einer südamerikanischen Partnerorganisation von „Reporter ohne Grenzen“ zur Verfügung gestellt wurde, hat bis dato keinen Zugang zu seinem Mandanten bekommen. Der staatliche Pflichtverteidiger des sozialistischen Regimes wird in dessen Sinne handeln und spricht zudem nur Spanisch, ein Dolmetscher stehe zwar zur Seite, dessen Englischkenntnisse sollen sicher aber auf sehr niedrigem Niveau bewegen, sodass nicht davon auszugehen ist, dass Six dem Prozess überhaupt folgen kann.
Theoretisch müsste dieser vor einem Militärgerichtshof abgehaltene Prozess heute beginnen, da Six die juristisch maximal zulässige Dauer in Haft ist. Kommt es nach Ablauf dieser Frist nicht zur Verhandlung, wäre er de jure freizulassen. Dem Journalisten drohen 28 Jahre Haft. Seine Eltern haben bereits die Deutsche Botschaft eingeschaltet, sich an Politiker, Diplomaten und sogar die Kanzlerin gewandt. „Die Unterstützung von einzelnen angeschriebenen Abgeordneten und unserer Regierung ist gleich Null“ kritisiert sein Vater, Edward Six. Billy Six schrieb unter anderem für die „Junge Freiheit“ und enttarnte gefälschte Pässe auf der Balkanroute.
Wenn wir uns das diplomatische Spektakel um die Inhaftierung des Antideutschen Deniz Yücel in der Türkei anschauen, wird immer offensichtlicher, mit welcher Ungleichbehandlung das BRD-Regime zur eisigen Diktatur verkommen ist. Deniz Yüksel übrigens sprach sich öffentlich für die Freilassung von Billy Six aus.

[Text: A.S.; Bild: wikipedia.org/Billy Six; Lizenz: -]