Ein Anschlag von Islamisten im Bardo-Nationalmuseum in Tunis, bei dem 25 Personen, darunter 20 Touristen, ums Leben kamen, rückt Tunesien wieder in die internationalen Schlagzeilen. Bislang war es bekanntlich die gängige Lesart, dieser nordafrikanische Staat sei die einzige „Erfolgsgeschichte“ des sogenannten Arabischen Frühlings. Immerhin sind die bisherigen Wahlen in Tunesien ruhig verlaufen.

Tatsächlich aber wird das islamistische Potenzial in Tunesien unterschätzt. Rekrutierer der libyschen Islamistenmiliz Ansar al-Scharia werben erfolgreich zahlreiche Tunesier an. Aber das ist noch lange nicht alles. In den Reihen des IS in Syrien und im Nordirak kämpfen Schätzungen zufolge 3.000 bis 7.000 tunesische Dschihadisten, von 2.000 wird angenommen, dass sie umgekommen sind, und 500 sollen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sein. Die Zahl der Dschihadisten aus Tunesien ist beachtlich, weil das Land nur etwas mehr als zehn Millionen Einwohner zählt.

Gefährlich für Tunesien ist auch die Lage im benachbarten Libyen, wo nach den Luftkrieg der NATO 2011 die staatlichen Strukturen zerfallen und sich der IS immer mehr ausbreitet.

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B. T.

 

 

(Bild: Screenshot Youtube)