Nach zweijährigen Umbauarbeiten ist im Unterlinden-Museum im elsässischen Colmar wieder der weltberühmte Isenheimer Altar öffentlich ausgestellt. Auf elf Bildtafeln stellt der Altar auf mehreren Flügeln das Leben Christi und die Antonius-Legende ergreifend dar. Der staunende Besucher ist unter anderem beindruckt von dem ans Kreuz genagelten Christus, der furchtbare Schmerzen hat. Die Finger krampfartig gespreizt, der ganze Körper übersät von Holzsplittern und Hautrissen. Die Füße zerschunden, nur noch Fleischklumpen.

Gemalt wurde das Meisterwerk von Matthias Grünewald von 1506 bis 1515, also in der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit. Es war eine Zeit, die von tiefen Zweifeln über die weltliche und vor allen geistliche Ordnung geprägt war. Nur zwei Jahre nach Fertigstellung des Isenheimer Altars schlug Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg an und leitete damit die Reformation ein.

Der Isenheimer Altar mit seinen eindrucksvollen Bildern ist nicht nur ein Höhepunkt deutscher Kunst. Vielmehr zählt er auch zu den Höhepunkten sakraler Kunst des christlichen Abendlandes.

 

 

Text: A. M.