Am 23. Jänner haben in der kasachischen Hauptstadt Astana die unter russischer Führung stattfindenden Friedensgespräche für Syrien begonnen. Optimistisch zeigte sich Alexander Lawrentiew. Der Syrien-Sondergesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte zu Journalisten, die Gespräche mit Vertretern der syrischen Regierung und der Opposition seien „relativ fruchtbar“ gewesen. Zudem sei es „bemerkenswert“, dass die Friedensgespräche nicht nur in Gegenwart der Garantiemächte des Waffenstillstands vom 29. Dezember (Russland, Türkei und Iran) eröffnet wurden, sondern auch im Beisein des UNO-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura.

Lawrentiew sprach zudem von einem „wichtigen und symbolischen Schritt, der Hoffnung für eine neue (qualitative) Ebene im Verhandlungsprozess gibt“. Direkte Gespräche zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen hält er allerdings in absehbarer Zeit für so gut wie ausgeschlossen. Aber immerhin verhielten sich beide Seiten, so der russische Diplomat, konstruktiv: „Obwohl es anfangs große Spannungen gab, wählten beide Seiten einen vernünftigen Weg und versuchten Entscheidungen zu vermeiden, welche diese äußerst wichtige Konferenz hätten sabotieren können.“ Zwischen den Streitparteien vermitteln Moskau, Ankara und Teheran gemeinsam.

Lob für die russische Friedensinitiative kommt auch aus den USA. Michael Maloof, ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des Pentagon, bezeichnet allein die Tatsache, dass die Friedensgespräche in Astana überhaupt stattfinden, als „wichtigen Durchbruch, den wir vor sechs Monaten nicht hätten vorhersehen können“. Und der Sicherheitsexperte weiter: „Es ist gewaltig. Zu allererst, dass die Opposition gegenüber der syrischen Regierung am Tisch sitzt. Vor ein paar Monaten wäre das nicht geschehen.“ Maloof sagte auch, dass es vor allem ein Verdienst Russlands sei, dass die Verhandlungen stattfinden.

Die Friedensgespräche in Kasachstan finden übrigens ohne die USA statt. Aber das könnte sich ändern, sobald sich die neue Regierung in Washington eingearbeitet hat. Der neue US-Präsident Donald Trump hatte bekanntlich angekündigt, anders als sein Vorgänger Barack Obama den Syrien-Konflikt gemeinsam mit Russland lösen zu wollen.

 

[Text: B. T.; Bild: Zyzzzzzy/wikimedia.org]