Ernüchternde Ergebnisse hat eine Untersuchung des BIFIE, des Bundesinstituts für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des Bildungswesens über die Lese- und Schreibkompetenzen der Schüler der 4. Volksschulklasse gebracht. Demnach erreichen nur 56 Prozent der Schüler am Ende der 4. Schulstufe die für das Leseverständnis definierten Lernziele und verfügen über ein sicheres Leseverständnis. Noch schlimmer sieht es beim Verfassen von Texten aus: Hier erreichen nur 30 Prozent das festgelegte Lernziel.

Als besonders problematisch erweist sich die Gruppe der Schüler mit ausländischer Herkunft. Seitens des BIFIE wird dazu festgehalten: „Schüler mit Migrationshintergrund weisen im Schnitt niedrigere Kompetenzen auf als Kinder ohne Migrationshintergrund. Die Mittelwertdifferenzen liegen zwischen 39 Punkten beim Rechtschreiben und 77 Punkten beim Hörverstehen.“

Dass ein hoher Ausländeranteil in den Schulklassen das Bildungsniveau senkt, zeigen auch die Bundesländerergebnisse. In Wien, wo die Hälfte der Schüler einen „Migrationshintergrund“ hat, gibt es in Bezug auf die Lesekompetenz mit 18 Prozent den höchsten Anteil an leseschwachen Schülern. In Salzburg und dem Burgenland, wo in den Klassen deutlich weniger Ausländerkinder sitzen, gibt es nur zehn Prozent leseschwache Schüler. Ein ähnliches Ergebnis gibt es bei der Schreibkompetenz. Und über die beste Rechtschreibkompetenz verfügen die burgenländischen Schüler, während jene in der Bundeshauptstadt das Schlusslicht bilden.

Weitere erschreckende Einzelheiten der BIFIE-Untersuchung: „Ein Viertel der Kinder mit Migrationshintergrund erreichen in Lesen die Bildungsstandards nicht; von den Schülerinnen und Schülern ohne Migrationshintergrund sind es zehn Prozent.“ Oder: „26 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund haben enorme Schwierigkeiten bei der Rezeption der gesprochenen deutschen Sprache (Hörverstehen) und erreichen die Standards nicht, weitere 36 Prozent erreichen die Lernziele nur teilweise.“ Insgesamt liegen 62 Prozent der Schüler mit „Migrationshintergrund“ hinter den Erwartungen zurück. Es ist zu befürchten, dass wegen der Massenzuwanderung dieser Wert in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

 

[Text: B. T.; Bild: Metropolitan School/wikimedia.org]