In der Euro-Zone werden nach der Griechenland-Einigungen die Weichen in Richtung Zentralismus gestellt. Als erster der EU-Granden wagte sich der französische Präsident Francois Hollande aus der Deckung und fordert mehr Zentralismus in der Währungsunion. „Was uns bedroht, ist nicht zu viel Europa, sondern zu wenig Europa“, schrieb er in einem im „Journal du Dimanche“ veröffentlichen Artikel. Nach dem Willen des Sozialisten soll künftig innerhalb der Euro-Zone zwei Kategorien von Mitgliedern geben. Denn Hollande spricht sich für eine „Avantgarde“ von Ländern aus, die die Euro-Zone führen sollen, aus. Dieser Art von Direktorium angehören sollten sie sechs Gründungsmitglieder damaligen EWG, also Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg.

Die Euro-Zone selbst soll nach den Plänen Hollandes eine eigene Regierung, ein eigenes Parlament bekommen sowie einen „besonderen Haushalt“ bekommen. „Eine gemeinsame Währung zu teilen“, schreibt Frankreichs Präsident, bedeute „mehr als eine Angleichung anzustreben“. Vielmehr handle es sich dabei um eine Wahl, welche die 19 Mitglieder getroffen hätten, weil es „in ihrem Interesse sei“, und diese Wahl erforderte eine „gestärkte“ Organisation.

Jedenfalls wird in Paris mit Hochdruck auf den Umbau der Euro-Zone in einen Bundesstaat hingearbeitet. In der Vorwoche sagte Ministerpräsident Manuel Valls, werde diesbezüglich in den kommenden Wochen „konkrete Vorschläge“ vorlegen. Schließlich müssten die Lehren aus der Griechenland-Krise gezogen werden.

 

B. T.

 

 

(Bild: Matthieu Riegler, CC BY 3.0/wikimedia.org)