Die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen, insbesondere in Kriegs- und Krisengebieten, ist eine absolute Notwendigkeit. Und hier gibt es (leider) noch sehr viel zu tun. Bedenklich wird es aber, wenn dieser Gedanke für politische Propaganda missbraucht wird. So geschah dies kürzlich, als die bekannte Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie in einem gemeinsam mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in der Zeitung „Die Welt“ erschienenem Kommentar erklärte, der Nordatlantikpakt müsse „oberster Beschützer der Rechte der Frauen“ sein.

In dem Gastkommentar erging sich Jolie, die durch die Darstellung der Figur „Lara Croft“ in den „Tomb Raider“-Filmen internationale Berühmtheit erlangte, nur so in Lobhudelei für die NATO: „Seit nunmehr fast 70 Jahren steht die Nato für eine gemeinschaftliche Verteidigung gegen militärische Bedrohungen. Doch ebenso steht sie für die Verteidigung der Demokratie, der individuellen Freiheit, der Rechtsstaatlichkeit und der UN-Charta“.

Was Jolie hier verschweigt, ist die Tatsache, dass der NATO-Krieg gegen Serbien im Frühjahr 1999 ein eklatanter Verstoß gegen die UN-Charta war, weil er ohne Mandat des Sicherheitsrates geführt wurde. Aber das scheint der Schauspielerin egal zu sein, was nicht überrascht. Denn Jolie ist – was nur wenig bekannt ist – Mitglied des Council on Foreign Relations, einer äußerst einflussreichen Denkfabrik, die sich vor allem mit dem Hegemonialstreben der USA befasst.

Außerdem vertreten Jolie und Stoltenberg die Ansicht, „dass die NATO eine weltweit führende Position unter den militärischen Anführern einnehmen kann, wenn es darum geht, sexuelle Gewalt in Konflikten vorzubeugen und auf sie zu reagieren.“ Allerdings sind viele Kriege und Konflikte erst durch die verfehlte Außenpolitik der USA, der führenden Macht in der NATO, entstanden.

 

[Text: B. T.; Bild: Foreign and Commonwealth Office]