„Künstler“ sind weitgehend von öffentlichen Aufträgen abhängig. Das ist in beinahe allen Demokratien so. Dass sie sich deswegen oft vor den Wahlkampfkarren der Machthaber spannen lassen ist auch keine österreichische Besonderheit.

Es ist aber immer eine Frage, wie sie es tun. Wenn zum Beispiel der Schauspieler Harald Krassnitzer immer wieder als Unterstützer der SPÖ auftritt, so ist es sein gutes Recht, sich zu deklarieren und damit seine politische Überzeugung zur Schau zu tragen.

Was aber andere an Gehässigkeit ausschütten, wenn es darum geht, die FPÖ oder ihr nahestehende Personen zu diskreditieren hat der Schauspieler Gregor Seberg, bekannt von der ORF-Serie „SOKO DONAU“, wieder einmal unter Beweis gestellt.

Die Entscheidung Ursula Stenzels bei der kommenden Wien-Wahl auf der freiheitlichen Liste zu kandidieren, kommentierte er mit den untragbaren Worten „...eine richtige Hure gesehen“. Abgesehen davon, dass auch politische Gegnerschaft in einer Demokratie nicht zu persönlichen Beleidigungen ausarten darf, muss man sich schon die Frage stellen, wieso ihm diese Beschimpfung nicht etwa bei Katrin Nachbauer oder den anderen Stronach-Überläufern oder dem grünen Renegaten der zur SPÖ gewechselt war, eingefallen ist. Doch wohl, weil sie zu Machthabern gewechselt sind. Und die könnten ja Einfluss auf Rollenvergaben bei Filmen nehmen, die der Staat oder die Stadt subventionieren.

Vielleicht hat Seberg also gar nicht Stenzel gemeint und diese Äußerung gemacht, als er in den Spiegel geschaut hatte.

Wenn der eine mit Gehässigkeit schaden will, so macht sich der andere mit Unkenntnis lächerlich.

Der zeitgeistig angepasste Schriftsteller Franzobel etwa versuchte den verstorbenen Mann Stenzels, den ehemaligen Burgschauspieler Heinrich Schweiger ins Spiel zu bringen, indem er ihm unterstellte, ob der Aktion seiner Witwe, im „Grab zu rotieren“. Er hat dabei nur leider übersehen, dass es Schweiger war, der aufgrund seiner politischen Überzeugung bereits beim Übertritt Stenzels aus dem ORF in die Politik versucht hatte, sie mit dem damaligen FPÖ-Obmann Jörg Haider zusammenzubringen. Sie jedoch hatte sich damals für Wolfgang Schüssel und die ÖVP entschieden. Für Schweiger wäre der Lagerwechsel Stenzels also wohl eher eine späte Genugtuung.

 

W. T.

 

 

(Bild: Manfred Werner/wikimedia.org)