Immer mehr Briten für EU-Austritt

 

Die Zahl der Befürworter eines „Brexit“, also eines Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, ist deutlich gestiegen. Wie die Tageszeitung „The Daily Telegraph“ meldet, sind einer aktuellen Umfrage des Instituts Ipsos Mori zufolge nur mehr 45 Prozent der Briten für einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU, während 38 Prozent den Austritt wollen. Damit hat sich die Stimmung gegenüber Juni deutlich verändert: Damals sprachen sich 61 Prozent für die EU-Mitgliedschaft aus, während 27 Prozent dagegen waren. Und in einer Umfrage des Instituts YouGov liegen die Austrittsbefürworter mit 41 Prozent sogar vor den EU-Freunden, die auf 38 Prozent kommen.

In Großbritannien wird 2017 eine Volksabstimmung über den Verbleib in der EU stattfinden. Zuvor will der konservative Premierminister David Cameron mit Brüssel über eine Reform der Beziehungen verhandeln. Dabei geht es London vor allem um Ausnahmeregelungen, etwa im Bereich der Personenfreizügigkeit.

Dass in Großbritannien die Stimmung zugunsten der Austrittsbefürworter kippt, ist eine Folge der dramatischen Zunahme der illegalen Massenzuwanderung nach Europa. Die Diskussion über Verteilungsquoten ist nicht ohne Wirkung geblieben. Optimistisch zeigt sich deshalb auch Nigel Farage. Der Chef der britischen Unabhängigkeitspartei UKIP, der an vorderster Front der EU-Austrittskampagne steht, sagte kürzlich: „Zuerst hatte ich gedacht, wir haben eine Chance von 33 Prozent zu gewinnen. Aber nun glaube ich, es sind 50 Prozent.“


Text: B. T.
Bild: Stefano Brivio (buggolo)/wikimedia.org