Von kritischer Berichterstattung scheint der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nicht viel zu halten. Denn am Mittwoch unterzeichnete er ein Dekret, das über 400 Personen und Unternehmen mit Sanktionen belegt. Auf der „schwarzen Liste“ befinden sich auch dutzende Journalisten, darunter auch von der angesehenen britischen Rundfunkanstalt BBC, der spanischen Zeitung „El Pais“ oder der bundesdeutschen Wochenzeitung „Die Zeit“. Für Personen bedeuten die Strafmaßnahmen, die vorerst für ein Jahr gelten, unter anderem, dass bestehende ukrainische Visa aufgehoben und neue nicht erteilt werden, ein Verbot von Geschäftsbeziehungen oder Kontosperren. Offiziellen Angaben zufolge wurden die Sanktionen „im Zusammenhang mit der Annexion der Krim und der Aggression im Donbass“ verhängt.

Die erweiterte Sanktionsliste nimmt weitere 90 Unternehmen, darunter die russische Fluggesellschaft Aeroflot, ins Visier, die angeblich in direkten Beziehungen zu den Volksrepubliken Donezk und Lugansk stünden. Angaben zufolge dürfen ukrainische Behörden auch den Anti-Viren-Dienstleister Kaspersky nicht mehr verwenden.

 

B. T.

 

(Bild: president.gov.ua)