Nach heftigen Protesten mussten in Indonesien Islamisten einen Rückzieher machen. Das Regionalparlament in Jember im Osten Javas wollte nämlich eine „Wohlverhaltens“-Regel beschließen, die vorgesehen hätte, dass sich Oberstufenschülerinnen vor der Zulassung zur Matura einem Jungfräulichkeitstest unterziehen müsse. Burschen wären – was nicht näher überrascht – von diesem Test ausgenommen gewesen.

Nach einem Proteststurm – die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ bezeichnete die geplanten Jungfräulichkeitstests als „entsetzlich“ – sahen sich die Initiatoren der „Wohlverhaltens“-Regel sogar zu einer Entschuldigung veranlasst. „Im Namen des Jember Konsultativ-Rates möchten wir uns bei der Öffentlichkeit, insbesondere bei den Frauen und Mädchen in Indonesien, entschuldigen“, sagte der Lokalpolitiker Ayub Junaidi. Offiziell wurden die Jungfräulichkeitstests damit begründet, gegen Probleme wie „vorehelichen Geschlechtsverkehr und Prostitution“ vorgehen zu wollen.

„Human Rights Watch“ zufolge sind in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten moslemischen Landes der Welt, Jungfräulichkeitstests als Voraussetzung zur Aufnahme in den Staatsdienst durchaus üblich. Seit 1965 bestehe eine derartige gesetzliche Regelung für Polizeianwärterinnen, ebenso kommen die umstrittenen Tests, bei denen zwei Finger in die Vagina eingeführt werden, bei Frauen zur Anwendung, die beim Militär Karriere machen wollen.

 

B. T.

 

 

(Bild: embracetheindoguity.files.wordpress.com)