Einmal mehr wird deutlich, welch dramatische Folgen die im islamischen Kulturkreis weitverbreitete Unsitte von Ehen unter Verwandten hat. Wie der „Ilford Recorder“ meldet, waren im Londoner Bezirk Redbridge zwischen 2008 und 2016 fast ein Fünftel (19 Prozent) der Fälle von Kindstod darauf zurückzuführen, dass die Eltern miteinander verwandt waren. Wie das Blatt schreibt, sind in Großbritannien Ehen unter Cousins ersten Grades oder unter Menschen, die noch enger miteinander verwandt sind, nicht erlaubt.

Aber das scheint Einwanderer aus islamischen Ländern nicht zu kümmern: „Die Praxis von Verwandtenehen ist in den meisten pakistanischen Gemeinschaften üblich, und so ist es auch in Redbridge“. Die Folge ist, dass im genannten Zeitraum in neun Prozent aller Fällen von Kindstod pakistanische Eltern betroffen waren. Aufschlussreich ist auch der Hinweis, dass 2009-2010 in Redbridge ein Rekord von miteinander verwandten Eltern sowie die zweihöchste Rate von Fällen von Kindstod, der auf „chromosomalen, genetischen oder angeborenen Abnormalitäten“ beruht, zu verzeichnen waren. In Redbridge wurden alle Fälle von Kindstod erfasst, wo die Eltern zumindest Cousins zweiten Grades waren.

In Redbridge will man nun das Problem mit Aufklärungskampagnen bekämpfen. Denn Gladys Xavier, die Vorsitzende des dem Gesundheitsministerium unterstellten Child Death Overview Panel kündigte nun Aufklärungsprogramme „für viele der asiatischen Gemeinschaften“, die in dem Bezirk im Osten Londons leben, an. Xavier berichtete auch, dass die Bezirksvertretung von Redbridge die Schulen aufgefordert hatte, verstärkt Genetik zu unterrichten, „damit die jungen Leute die Gefahren von Beziehungen unter Verwandten verstehen.“ Ob diese Bemühungen erfolgreich sein werden, muss sich freilich erst weisen. So sagte Joyce Ryan, ein Mitglied des Bezirksrates, dem „Ilford Recorder“, dass manche Einwanderergruppen „damit kämpfen“, ein Ende der Verwandtenehen zu akzeptieren und „das manchmal gar nicht akzeptieren wollen“.

 

[Text: B. T.; Bild:John Salmon/wikimedia.org]