Tausende Einwanderer aus dem Irak haben Europa den Rücken gekehrt und gingen wieder in ihr Heimatland zurück. Der wichtigste Grund dafür war, wie aus einem neuen Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervorgeht, die Enttäuschung über die Lebensumstände in Europa. „Die Studie beruht auf Interviews, die mit in Europa lebenden oder heimgekehrten Irakern beruht. Rückkehrer berichten, dass das Leben in Europa idealisiert wurde und dass die Wirklichkeit völlig anders war als erwartet wurde“, kommentiert der UNO-Sprecher Farhan Haq die Studie, in der knapp 500 heimgekehrte Iraker befragt wurden.

Jedenfalls mussten viele Iraker feststellen, dass ihnen in Europa nicht die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. „Eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten war nicht so einfach wie gedacht. Die Wartezeit war wirklich lang“, wird ein Iraker zitiert. Ein anderer gab an: „Die Einwanderer waren schockiert, weil das Leben in ihrem Zielland sich vollkommen von ihren Erwartungen unterschied.“

Gründe für die Enttäuschung sind, dass bei Weitem nicht jeder Europäer der „Refugees welcome“-Hysterie verfallen ist und dass die Sozialsysteme in bestimmten europäischen Ländern zwar sehr großzügig sind, den Einwanderern aber dennoch nicht das gewünschte luxuriöse Leben in Saus und Braus ermöglichen. „Wir wurden nicht mit Respekt behandelt“, sagte einer. Und andere Einwanderer waren mit ihrer Unterbringung unzufrieden, so die IOM-Studie. So seien die Unterkünfte überbelegt gewesen und hätten einem „Militärstützpunkt“ geglichen. „Wir hatten uns ein Haus erwartet und wurden in ein Zelt mit Bettdecken vom Militär gesteckt“, bringt ein anderer Iraker seine Undankbarkeit zum Ausdruck.

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]