Bis Ende Juni soll ein Abkommen zwischen der Gruppe der 5 + 1 (Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschland) und dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm vorliegen. Allerdings gestalten sich die Verhandlungen außerordentlich schwierig, zumal die USA versuchen, Teheran die Bedingungen für die Beilegung des nun schon über ein Jahrzehnt dauernden Streits zu diktieren. So hat im Jänner ein Ausschuss des US-Senats einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der die Verhängung neuer Sanktionen gegen den Iran vorsieht, falls die Verhandlungen über das Atomprogramm der Islamischen Republik scheitern.

Mit dieser Haltung nimmt Washington bewusst eine weitere Eskalation der Lage im Nahen Osten in Kauf. Denn nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten wird Teheran bei einem Scheitern der Verhandlungen zur Ausweitung seiner Kapazitäten zur Urananreicherung zurückkehren. „Wenn es keine Übereinkunft in dieser Angelegenheit gibt, werden beide Seiten zu ihrer ursprünglichen Position zurückkehren. Der Iran kann sein nukleares Programm von einer Seite aus weiterentwickeln, die dem nationalen Interesse des Landes dienen. Der Iran wird (…) weitere Zentrifugen installieren“, sagte Hamid Baedinedschad, der Leiter der Abteilung politische und internationale Sicherheit im iranischen Außenministerium.

Unterdessen weist der iranische Präsident Hassan Rohani auf die friedlichen Absichten des Nuklearprogramms hin: „Wir brauchen keine Atombombe. Wir haben eine große, selbstaufopfernde und geeinte Nation.“ Zudem wies Rohani darauf hin, dass andere Länder, die Atomwaffen haben oder von denen allgemein angenommen wird, in deren Besitz zu sein, daran scheitern, ihren Völkern Frieden zu bringen.

 

B. T.

 

(Bild: Nanking/wikimedia.org)