Die brutale Ermordung von 21 koptischen Gastarbeitern in Libyen durch den „Islamischen Staat“ (IS) zeigt, dass sich die Terrororganisation in gefährlicher Nähe zu Europa festgesetzt hat. Und der nordafrikanische Staat, dessen Strukturen seit dem von der NATO geführten Luftkrieg zum Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al Gaddafi immer mehr zerfallen, ist für die Islamisten von großer strategischer Bedeutung. Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, soll Libyen als „Einfallstor“ nach Europa dienen.

Wie das Blatt unter Berufung auf einen IS-Propagandisten mit dem Kampfnamen „Abu Arhim al-Libim“ schreibt, wollen sich die Islamisten bei ihrem Plan, die illegale Massenzuwanderung von Nordafrika nach Europa zunutze machen. Auf Booten mit Wirtschaftsflüchtlingen sollen Dschihadisten eingeschleust werden. Und in Italien angekommen, wäre mit einer Terrorwelle zu rechnen: „Die Kämpfer würden dann in südeuropäischen Städten Amok laufen und versuchen, die Seeschiffahrt anzugreifen.“

„Abu Arhim al-Libim“ zufolge haben die Terroristen noch weitaus Größeres vor: „Wir werden Rom erobern, wenn Allah es will.“ Zudem bescheinigt der Dschihadist Libyen ein „großes Potential“, denn nach Gaddafis Sturz 2011 sind in dem Land reichlich Waffen und Munition im Umlauf, und darüber hinaus ist Libyen reich an Erdöl, mit dessen Verkaufserlösen sich weitere terroristische Aktivitäten finanzieren lassen.

 

B. T.

 

 

(Bild: phantomreport.com)