Wenn Einwanderer aus der Türkei akzentfrei Deutsch sprechen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch integriert sind. Vielmehr sind Abschottungstendenzen weitverbreitet, wie eine Studie der Universität Münster mit dem Titel „Integration und Religion aus der Sicht von Türkeistämmigen in Deutschland“ ergab. Das Ergebnis, das am meisten zu denken geben sollte, ist, dass 47 Prozent der Befragten angaben, für sie sei die Beachtung religiöser Gebote wichtiger als die bundesdeutschen Gesetze. Bei den Türken der ersten Generation stimmten dieser Frage sogar 57 Prozent zu, und bei jenen der zweiten und dritten Generation immerhin noch 36 Prozent.

Außerdem ist genau die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken der Meinung es gäbe „nur eine wahre Religion“, nämlich den Islam. Etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) glaubt, nur der Islam sei in der Lage, die Probleme unserer Zeit zu lösen. Erschreckend ist auch, dass exakt ein Fünftel der befragten Türken angab, die angebliche Bedrohung des Islam durch die westliche Welt rechtfertige, dass sich Mohammedaner mit Gewalt verteidigen.

Wie weitverbreitet Integrationsverweigerung und offene Ablehnung deutsch-mitteleuropäischer Sitten sind, zeigt sich darin, dass 23 Prozent der in der Bundesrepublik lebenden Türken der Aussage, „Muslime sollten es vermeiden, dem anderen Geschlecht die Hand zu schütteln“ zustimmten. Bei der ersten Generation sind es sogar 27 Prozent, und bei der zweiten und dritten Generation 18 Prozent, die geistig in orientalischen Vorstellungen leben. In dieses Bild passt auch dass 33 Prozent der in der Bundesrepublik wohnenden Türken der Auffassung sind, dass Mohammedanerinnen Kopftuch tragen sollen.

 

[Text: B. T.; Bild: Dbenbenn/wikimedia.org]