Auf einem Militärgelände des Flughafens von Damaskus ereigneten sich heute mehrere Explosionen. Dabei handelte es sich um einen gezielten Angriff – allerdings nicht des IS oder einer anderen dschihadistischen Terrorgruppe, sondern aller Voraussicht nach durch Israel. „Ein israelischer Luftangriff traf am Donnerstag ein von der libanesischen Hisbollah-Gruppe nahe des Flughafens von Damaskus betriebenen Vorratslager, wohin reguläre Waffenlieferungen von Teheran mit zivilen oder Militärfrachtflugzeugen geliefert werden, wie eine regionale Nachrichtendienstquelle sagte“, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die schiitischen Hisbollah-Milizen und der Iran unterstützen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Israel dementierte den völkerrechtswidrigen Angriff auf das Nachbarland nicht. Geheimdienstminister Israel Katz sagte dem israelischen Militärradio: „Ich bestätige, dass der Zwischenfall in Syrien völlig mit der israelischen Politik übereinstimmt, Handlungen zu setzen, um den Schmuggel entwickelter Waffen über Syrien an die Hisbollah zu verhindern. Natürlich möchte ich darauf nicht näher eingehen.“

Katz will weismachen, dass die iranischen Waffen über Syrien in den Libanon geliefert werden und damit angeblich eine Bedrohung für Israel darstellten. Aber das stimmt nicht. Wie die namentlich nicht genannte Geheimdienstquelle Reuters sagte, kamen die Waffen in dem von Israel angegriffen Lager im syrischen Bürgerkrieg zu Einsatz: „Die Quelle sagte, das Waffenlager ist ein wichtiger Teil der Waffenversorgung einer Reihe von iranisch unterstützten Milizen, die von der Hisbollah geführt werden und deren tausende Kämpfer in einigen der härtesten Fronten gegen die syrischen Rebellen kämpfen“. Bei den syrischen „Rebellen“ handelt es sich meistens nicht um Demokraten, sondern um Islamisten. Somit unterstützt Israel mit seiner Aggression gegen das Nachbarland den Dschihadismus.

 

[Text: B. T.; Bild: Ercan Karakas/wikimedia.org]