Einmal mehr zeigt die angeblich „einzige Demokratie im Nahen Osten“, was sie von Menschenrechten hält. Vergangene Woche drangen in Ramallah im Westjordanland rund 50 israelische Soldaten ins Haus von Khalida Jarrar ein, die für die Volksfront zur Befreiung Palästinas im palästinensischen Parlament sitzt. „Sie griffen unser Haus im ein Uhr nachts an. Die brachen die Tür auf… Sie isolierten mich in einem anderen Raum in meinem Haus für rund eine Stunde. Zum Schluss entführten sie meine Frau, Khalida“, schildert ihr Ehemann Ghassan Jarrar dem Nachrichtensender RT.

Später ordnete ein israelischer Militärkommandant an, dass Khalida Jarrar für sechs Monate in Verwaltungshaft genommen wird. Ihr „Vergehen“: Die Parlamentarierin hatte sich für den Beitritt Palästinas zum Internationalen Strafgerichtshof eingesetzt, damit dieser israelische Besatzungsverbrechen untersuchen und verurteilen kann. In Israel befinden sich derzeit rund 450 Menschen in der Verwaltungshaft, die ohne Anklage und Gerichtsurteil bis zu sechs Monate dauern kann.

Die Festnahme Jarrars verletzt übrigens ein Abkommen Israels mit der palästinensischen Autonomiebehörde, wonach den israelischen Sicherheitskräften die Verhaftung von gewählten palästinensischen Volksvertretern nicht gestattet ist.

 

B. T.

 

 

(Bild: Samidoun.ca)